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Feist: Metals
Tuesday, 04 October 2011 17:17

Feist - MetalsNach vier Jahren ohne neues Songmaterial von Feist, hat es erst mal vier Tage seit der Veröffentlichung gebraucht um Metals zu verdauen. Vor allem da Leslie Feist eher selten dazu neigt, nur Leichtmetalle zu erzeugen.

Nach The Reminder, ihrem größten musikalischen Erfolg bisher, hat sie viel Zeit auf Tour verbracht und sich danach als erstes eine Auszeit genommen, die man ihr wahrlich nicht verübeln kann. Vier Jahre sind trotzdem ein Zeitraum, nachdem man nicht umhin kommt große Erwartungen zu entwickeln. Vor allem in einer Zeit, in der es manche Bands und Solo-Künstler nicht einmal schaffen, vier Jahre im Gespräch zu bleiben.

Doch Leslie Feist ist keine Künstlerin, von der man erwartete, große Innovationen auf die Tonspur zu bringen. Das Singer-Songwriter Genre ist ohnehin eines mit dem leichten Blick zurück, ohne aufgeregt überall nach Neuem schnappen zu müssen und gerade Feist weist einen hohen Grad an Authentizität und Stilsicherheit auf. Und diese überlegene Gelassenheit schafft Metals wunderbar und lässt sich im klassischen Stile jener poetischen Songwriter Alben einordnen. Man kann von einer 35-jährigen Frau zwar nicht behaupten, sie sei nun erwachsener geworden, doch tatsächlich klingt jeder der 12 Songs auf Metals etwas reifer als auf allen vorherigen Alben.

Für Metals ist Feist nach eigener Aussage mit ihren besten und ältesten Freunden in der Rolle der Produzenten und Kollaborateuren auf eine Ranch nach Kalifornien gegangen und diesen Waldhütten-Charakter hört man den Aufnahmen auch an. Einer der besten Songs Caught A Long Wind weist dieses Gefühl auf, unterstrichen mit leichtem Klavier, schritttempo Beat und Feists hochfrequenter Stimme, die trotzdem nie zu brechen droht. Neben ruhigen Songs, die harmonisch im Jazz-Folk-Organismus treiben, kommen immer wieder ihre typischen Überraschungsmomente auf, wie in A Commotion, in dem plötzlich stakkatohafter Männergesang auftritt, der zum Finale hin gar gegen Feists Gesang zu kämpfen scheint. Ein einziger Kritikpunkt bleibt, denn durch das Fehlen spielerischer Leichtigkeit bleibt ein tatsächlicher Hit-Song eher aus.

Bei einem Album, dass so sehr nach Rotwein, Zigarrenrauch und knarzenden Dielen klingt und dabei schönste Vintage-Bilder entstehen lässt, kommt man zum ersten Mal auf die Idee, sich den heran nahenden Herbst noch schneller herbei zu wünschen. Florian Tenk

VÖ: 30.09.11

 

 




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