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Florence + The Machine: Ceremonials
Friday, 28 October 2011 16:49

Florence + The Machine - CeremonialsKaum ein anderes Album wurde in letzter Zeit so sehnsüchtig erwartet wie Ceremonials von Florence + The Machine. Wenn der Titel Programm sein soll, wurde das Thema exakt auf den Punkt getroffen, doch sieht es in den anderen Disziplinen dieser Kür ebenfalls derart löblich aus?

Florence Welch geht mit dem Hörer wahrlich nicht zimperlich um. Man wird ab dem ersten Song gepackt und in eine opulente Songwelt entführt. Entführt in eine epische und zu Weilen gar morbide Welt, die abgesehen von der üblichen Gitarre-Bass-Schlagzeug-Kombo von Chören, Harfen und Schellentrommeln lebt.

Höher noch als die Stimme der Sängerin reicht, sind auch die Themen gegriffen. In dem düsteren Seven Devils geht es um innere Dämonen, die exorziert werden wollen. Rechtzeitig durch den Veröffentlichungstermin hat man damit auch gleich den passenden Song für die kommende Halloween Party parat. Nur ein paar Atemzüge weiter handelt All This And Heaven Too aber auch schon wieder von Liebeswirrungen. Ein leichteres Thema, doch nicht ungleich weniger pompös verpackt.

Bei anfänglichen Hörversuchen klingt das leider oft danach, als würde Florence jeden Moment ihre acht Gefährten an die Hand nehmen, ihr Schwert zücken und durch Mittelerde reiten, so sehr triefen einige Songs von schmachtenden Epos. Von jener debütantischen Leichtigkeit, die Lungs zu seiner Besonderheit verholfen hat, ist da nicht mehr viel zu hören. Dabei sind "minimalistischere" Stücke wie Bedroom Hymns oder What The Water Gave Me, in welchem gleichermaßen auf die großartigen Künstlerinnen Virginia Woolf und Frida Kahlo referenziert wird, die wahren Meisterstücke.

Man kann es ihr noch nicht mal übel nehmen, ist es doch anscheinend genau das, was Florence gerne macht, denn wie sie selbst betont, ist sie sehr angezogen von Mystik, folkloristischen Elementen und vieldimensionalen Musikstücken. Man könnte es auch so sagen: Was andere Künstler auf drei Platten schaffen, wurde hier zu einer verdichtet. Die ambivalente Fragestellung, ob das nun Schatz oder Scheusal ist, bleibt hiermit offen. Florian Tenk

 

VÖ: 28.10.11




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