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Senore Matze Rossi: Und wie geht es Deinen Dämonen?
Monday, 11 February 2008 12:36

Und wie geht es seinen Dämonen? Senore Matze Rossi in der KritikSenore Matze Rossi scheint nicht nur, wie sein prominenter Namensgeber Herr Rossi, das Glück zu suchen. Anscheinend ist er auch ausgezogen, um das Gruseln zu lernen, oder warum wohl heißt seine neue Platte Und wie geht es Deinen Dämonen? - Petra vom LAXMag hat schon mal nachgeforscht.

 

Eins ist gewiss: So schnell wird sich ein Senore Matze Rossi nicht ins Bockshorn jagen lassen. Er hat schon mehrfach seinen Mut bewiesen, zum Beispiel, als er sich im Jahr 2004 nach 13 Jahren Punkrock mit der Band Tagtraum auf Solopfade begab. Oder als er beschloss, sein eigenes Label Dancing in the Dark zu gründen und für seine Soloprojekte komplett die Eigenregie zu übernehmen: Vom Songwriting über das Booking bishin zum Merchandising, vom Vertrieb über die Aufnahme bis zur Pressearbeit macht Senore alles allein.

 

Musikalisch hat sich der Schweinfurther Allrounder für sein drittes Soloalbum allerdings Verstärkung in Form einer munteren Backing-Band ins Studio geholt. Das Album wurde von der Crew in nur 28 Tagen eingespielt und obwohl Gut Ding bekanntlich Weile möchte, führte sicher auch diese flotte Produktionsweise dazu, dass Und wie geht es Deinen Dämonen wesentlich mehr Elan hat als die eher ruhigen Vorgänger-Platten. Der Sound ist trotz mutiger Klangexperimente rockig, frisch und natürlich, was wohl daher rührt, dass wenig an den Equilizern rumgespielt wurde. Denn ansonsten kommt neben Akustikgitarre, Bass und Rhodes-Piano so ziemlich alles zum Einsatz, was der Haushalt hergibt, unter anderem ein Heizkörper, eine Schreibmaschine und Topfdeckel.

 

Zusammen klingt das wie ein heiterer, in Singer Songwriter-Manier durchgeführter Exorzismus, dessen Schwerpunkt nach wie vor auf Texten und Aussagen der Songs liegt. Ich hoffe, dass du findest was du suchst ist nach eigenen Aussagen ein Lied für Senores beste Freundin und ein Manifest für Freundschaft im Allgemeinen. Mit Ich lasse mir nichts mehr nehmen - übrigens DIE Tanznummer des Albums, die grotesker Weise mit dem Satz „Nein, ich kann nicht tanzen“ beginnt – bedankt er sich bei Dirk von Lotzow.

 

Es gibt Nummern, da flüstert und schreit Senore seine Botschaften abwechselnd in die Welt hinein, wie zum Beispiel in „Hallo Stadt“ oder Nichts ist verloren. Ab und zu verheddert sich er, der keine Probleme damit hat, sich in seinen Lyrics sehr privat und intim zu zeigen, allerdings in der Floskeldreschmaschine, dann kommen solche Sätze zustande wie „Um sein Glück muss man kämpfen, und das kostet Opfer.“ Na ja. Vielleicht gehören diese Allgemeinplätze zu den fiesen Dämonen, die Senore Matze Rossi beschwört. Fürchten muss man sich vor dieser Platter aber sicher nicht. (Petra Schönhöfer)


VÖ 15.02.2008


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