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Mud Flow: Ryunosuke
Saturday, 21 July 2007 23:17
Mud Flow in der KritikSie schreiben Epen von bittersüßer Melancholie. Sandra Marsch hat in Ryunosuke von Mud Flow reingehört und wagt, dieses Meisterwerk in Worte zu fassen.
Das im März erschienene Mud-Flow-Album „Ryunosuke“ ist genau wie sein Vorgänger Life On Standby von 2004 ein kleines Meisterwerk aus Rock-Pop-Alternative.

Diejenigen, die sich leidenschaftlich gern an Vergleichen abarbeiten, suchen sofort Analogien zu Bands wie Editors, Interpol oder Sophia. Sich dem nervigen Takt der Referenzmaschine zu unterwerfen, würde jedoch Vincent Liben und seinen Bandkollegen nicht ganz gerecht. Ryunosuke ist eine bittersüße Hommage an den japanischen Dichter Akutagawa Ryunosuke, der mit seiner wohl bekanntesten  Kurzgeschichte Rashomon die Vorlage für den gleichnamigen Filmklassiker von Akira Kurosawa schuf.

Obwohl Liben betont, mit dem neuen Album bewusst nicht an Life On Standby anknüpfen zu wollen, wirkt Ryunosuke wie der eineiige Zwillingsbruder seines Vorgängers. Beide Alben glänzen vor allem durch viele sieben bis acht Minuten lange Stücke, die fast schon kleinen Epen gleichen.

Die Struktur Strophe-Refrain-Strophe brechen Mud Flow dabei immer wieder konsequent auf. Gitarren- oder Schlagzeugsoli treiben die Songs solange auf die Spitze, bis sich die Instrumente erschöpft auf die Anfangsakkorde des Stückes besinnen und langsam verstummen.

Mit seiner rauchigen Stimme haucht Liben seinen Liedern etwas Melancholisches ein. Aber keine Melancholie, die einem das Herz zuschnürt, sondern eine, die sich an tristen Tagen wie ein wärmender Mantel um einen legt und zum Verweilen einlädt. (Sandra Marsch)


VÖ März 08



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