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Polarkreis 18: The Colour of Snow
Sunday, 02 November 2008 14:30

Polarkreis 18Polarkreis 18 – eine Band, die schon vor Veröffentlichung ihres neuen Albums The Colour of Snow in aller Munde war. Die äußerst erfolgreiche Vorabsingle Allein, allein stürmte direkt an die Spitze der Charts. Umso größer war die Spannung, was die Dresdner auf ihrer Platte noch zu bieten haben. Dabei ist The Colour of Snow mittlerweile bereits das zweite Album der sechsköpfigen Indie-Rock-Formation, aber gleichzeitig auch die Eintrittskarte in die Hot-Rotation von MTV.


Die Musik von Polarkreis 18 ist irgendwie anders. Keine Deutsch-Pop-Rock-Schublade will so richtig passen: Weder melodramatisches und bedeutungsschwangeres Singer/Songwritertum, noch der klassische Gitarrenrock der Hamburger Schule trifft das, was die sechs jungen Herren uns da auf die Lauscher geben. Das ist auch gut so, denn auf frischen Wind in der nationalen Indie-Szene hat man schon lange warten müssen. Polarkreis 18 kommen mit arktischer Coolness daher und werfen alles bisher Dagewesene über den Haufen. Sphärisch, kühl und doch von inne wärmend sind die Songs auf The Colour of Snow.

 

Vom Bandnamen über Albumtitel bis hin in einzelne Songs taucht das winterliche Thema immer wieder auf. Selbst die klare, in unglaublich hohen Tonlagen immer noch rein klingende Stimme von Sänger Felix Räuber erinnert an die Schneekönigin aus dem gleichnamigen Märchen. Gepaart mit Rockgitarrenriffs, Orchestern, Streichern oder Chören ergibt das ein einzigartiges Spektrum an experimentellen Electro-Pop-Songs, die zu keinem Zeitpunkt wild zusammengewürfelt, sondern stets wohl komponiert klingen – nicht zuletzt durch die tatkräftige Unterstützung des Babelsberger Filmorchesters und dem Mitbegründer und Leiter der Dresdner Sinfoniker, der das Arrangement der Platte übernahm. Kein Wunder, dass dadurch einige Songs nach großer Fantasy-Filmmusik klingen.

 

Zu Stücken wie River Loves The Ocean oder Untiteled Picture erscheint wie von selbst vor dem inneren Auge eine Liv Tyler-Elfe, die des Nachts in eine Kapuze gehüllt und auf einen Einhorn reitend einen schneebedeckten Zauberwald durchquert. Neben diesen märchenhaften Zauberklängen zeigen Polarkreis 18 mit Up-Tempo-Nummern, wie dem Titelsong The Colour of Snow, dass sie ebenso jede Indie-Rock-Disco mit Sound versorgen können.

 

Der Rausschmeißer Happy Go Lucky wiederum ist eine sanftes, romantisches Lullaby, das uns in Herzenswärme wiegend in die Winternacht entlässt. Selten hat man eine deutsche Band mit derart vielen Facetten gehört. Nach so vielen innovativen Arrangements bleibt am Ende dennoch die Ahnung, dass da noch viel, viel mehr geht. Die Ideen der Bands sind für Großes bestimmt, aber irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass da jemand auf der Bremse steht und die Dresdner nicht volle Pulle fahren. Womit sich die Frage aufdrängt, ob der Wechsel zum Majorlabel die Songs nicht etwas vermainstreamt, sprich radiotauglich gemacht hat. Aber auf jeden Fall lohnt sich The Colour of Snow für alle Fans des alternativen Elektro-Pops und experimentellen Sounds durchaus. Fazit: Man darf weiterhin gespannt sein, was Polarkreis 18 noch so mit ihren Instrumenten anstellen können. Eva Deinert


VÖ 17.10.08




knupps 2010-04-17 13:51:57

Bald gibts übrigens ein neues Album!
Die Jungs werkeln fleißig und der
Fortschritt ist auf der Homepage www.polarkreis18.de ganz gut mitzuverfolgen.
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