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The Sugars: The Curse Of The Sugars
Wednesday, 05 November 2008 09:19

The Sugars sind keineswegs wie Zucker, sondern knallhartSie sind nicht miteinander verwandt, sie tragen keine Röhrenhosen, sie verlassen sich nicht auf Brit-Gitarren: The Sugars aus Leeds passen so garnicht in das übliche Spektrum erfolgreicher Indie-Bands und dennoch sorgen sie für einen Hinhörer. Denn jetzt ist ihr Debütalbum The Curse Of The Sugars erschienen und weckt Erinnerungen an eine Zeit, als Musik noch produziert wurde, um zu rebellieren.


Dreckiger Schmalztollen-Blues trifft auf die Ursprünge des Rock´n´Roll, wie ihn bereits Elvis zu leben pflegte. Mexikanische Trompeten verbinden sich mit Sixties-Attitüden zu einem treibenden Gesamtkunstwerk. Idyllisch-verträumte Geigen untermalen Balladen mit engelsgleichen Gesang.

 

Neu ist es nicht, was The Sugars uns mit ihrem ersten Album präsentieren. Aber sie verstehen es, die Klänge alter Zeiten, in denen der Rock seine Wurzeln geschlagen hat, zu neuem Leben zu erwecken und stilistisch in die aktuelle Musikwelt einzupassen. Matt Bolton und Anna Greenway liefern gekonnte Wettstreite der Wortakrobatik und erinnern in ihrem Zusammenspiel und ihrer Vertrautheit an Johnny Cash und June Carter.

 

Ihre Themen sind Märchen über die Liebe (Fairytales Of Love), das tapfere kleine Schneiderlein (The Seamstress) und eine Menge Müll (Gossip). Es wird geschrien, verwunschen und verehrt und manches Mal scheint man die Inspirationsquellen der Sugars sogar aus einzelnen Liedern heraus zu hören: Die Monster der Vergangenheit vergreifen sich beispielsweise an Ray Charles´ Hit The Road Jack.

 

Den Willen nach Veränderung hört man dem Trio aus England an, doch hapert es an der Umsetzung. Sei es, weil die Zeit noch nicht reif ist, um wieder einen Schritt in der musikalischen Geschichte zurück zu reisen - sei es, weil sich The Sugars trotz ihrem Engagement, ihrer Energie und ihren Ideen die Messlatte etwas zu hoch gesteckt haben. Den elf Songs der Platte mangelt es weniger an Abwechslung als an Ohrwurm-Qualitäten und so bleibt der Versuch verzweifelt, sich am Ende von The Curse Of The Sugars noch an einzelne Tracks oder Passagen zu erinnern. Nina-Carissima Schönrock


VÖ 14.11.08




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