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Miyagi: Hydraulic Son
Thursday, 06 November 2008 22:47

Miyagi: Hydraulic Son Das Leben ist kein Ponyhof - doch zum Glück haben uns Miyagi aus Münster mit Hydraulic Son ein abwechslungsreiches Debüt beschert, dass für gute 40 Minuten extrem viel Spaß bereitet. Unser Redakteur Dominik hat reingehört.


Miyagi - ein Name, der etwas ältere, männliche Leser an einen Film aus den Achtzigern erinnern dürfte, nämlich Karate Kid. Dort führte der Großmeister Mr. Miyagi den kleine Protagonisten zu großen Leistungen im Kampfsport. Ein Streifen, den man durchaus mit wohligen Sonntagnachmittagen vor dem Fernseher verbinden kann, als die Welt sich noch langsam drehte, sich wie Zuckerwatte anfühlte und wenn etwas schief lief, die Eltern sofort zur Stelle waren.

Genauso ein heimeliges Gefühl erzeugt die Platte der Münsteraner Band Miyagi, die für ein Debüt sehr ausgereift, gut produziert und eingängig daherkommt. Einziges Manko: Der Opener von Hydraulic Son ist für ein Begrüßungslied etwas zu ruhig und lässt falsche Vermutungen aufkommen. Denn der Rest der Platte stellt eine Mischung aus schnellen Punk-Songs, tanzbaren Party-Liedern, gar gefühlvolle Indie-Pop-Rock-Titeln und Wave-Anleihen mit Tiefgang dar, stets mit treffenden Melodien und treibenden Rhythmen.

Daher fängt die Platte auch erst so richtig mit dem zweiten Stück an, das auch Namensstifter der Platte ist. M.E.G.A.N., Lied Nummer 3, ist ein wehmütiger Hit, der Sehnsüchte erweckt und etwas Melancholie mit sich bringt, aber dennoch an den anfangs erwähnten Sonntag vor der Glotze erinnert.

Spätestens bei Whatever 2.0 führt der Gang dann auf die Tanzfläche, auf der herumzappelnden Beine, wackelnde Hüften und wippende Füße durch die Luft wirbeln. Lieder wie How to do it, Bad Penny, Shoot Shoot führen das hohe Niveau der Songwriterkunst weiter, und erinnern des öfteren an Bands wie die Editors, Interpol und lassen ein bisschen She Wants Revenge durchscheinen.

Mit dem Stück Chimes bedient die Band dann wieder die Popfans, um dann bei Misery/Battery erneut Gas zu geben. Hier tritt der Schlagzeuger seinem Instrument ordentlich in den Hintern, der Sänger überstrapaziert seine Stimmbänder und die Gitarristen dürften danach sicher neue Saiten aufspannen. Denn zum Schluss gibt es das großartige (Kill me at the) Ponyranch, eine typische Miyagi-Hymne: Wohl durchkomponiert, zu einem Höhepunkt treibend und mitreißend.

Auch einen Hidden Track hat sich die Band geleistet, wobei sich das Stück nicht wirklich versteckt, sondern nur etwas duckt um nicht sofort gesehen zu werden. Denn die Pause zwischen den beiden Liedern ist nur wenige Sekunden lang und keine nervige Zeitverschwendung, sondern schürt eher Vorfreude auf den punkigen Rausgeher.

 

Hydraulic Son - eine Platte, die man sich unbedingt besorgen muss, denn Miyagi haben es verdient, in jedem Plattenregal zu stehen oder auf dem iPod um die ganze Welt getragen zu werden. Dominik Hoferer

 

VÖ: 07.11.08

 




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