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The Killers: Day & Age
Wednesday, 03 December 2008 17:38

Bereiten gute Laune: The KillersThe Killers aus Las Vegas zeigen mit ihrer aktuellen Platte Day & Age erneut, dass sie keine kleine, unbekannte Indie-Band mehr sind, sondern mit ihrem Sound und Melodien ein größeres Publikum ansprechen. Unsere Redakteurin Eva - eine Tänzerin - hat reingehört.

 

Für das neue Album haben sich The Killers nicht nur orchestrale Unterstützung geholt, sondern auch einen Flashback in die Eighties unternommen. Schon beim Einstiegssong Losing Touch wird der Hörer mit Pauken und Trompeten, oder besser gesagt mit einem Saxophonsolo begrüßt: Willkommen zum Studio-Album Nr. 3 der einzigartigen Killers!

 

Wer nun kurz nachrechnet wird sich fragen, warum Day & Age erst das dritte Studio-Album ist. Der Vorgänger Sawdust war eine Compilation aus B-Seiten, Coversongs und unveröffentlichten Stücken, erschienen im vergangenen Jahr.

 

Zurück zu Day & Age. Die Vorab-Single des neuen Werkes Human, ein Chartstürmer der Extraklasse im typischen Killers-Sound, ließ vermuten, dass etwas ganz Glamouröses auf uns zukommt. Denn wer die Lauscher ganz weit aufmacht, hört in dem Song - passend zur Adventszeit - das bekannte Stück Do They Know It's Christmas? heraus, der Live-Aid-Klassiker aus dem Jahre 1985. Zufall? Wohl eher nicht. Denn Hommagen an die 80er gastieren in fast jedem Song der Platte. Vom Zitaten bis Hooklines, von Name-Dropping bis Rhythmen. Glam-Rock und New Wave haben Day & Age fest im Griff.

 

So vereint der Schmusesong Neon Tiger sicher schon bald Leggins-Trägerinnen mit Röhrenjeans-Jungs „La Boum"-mäßig auf der Tanzfläche, während sich das karibisch angehauchte I Can't Stay am Klassiker Love Is In The Air rhythmisch bedient. Joy Ride hingegen mag wohl für alle jene gedacht sein, die es bis dato noch nicht begriffen haben: Roxette lässt grüßen!

 

Eines der besten Stücke des Albums ist jedoch das übersinnliche Spaceman. Eine großartige, eingängige Glamrock-Nummer mit Keyboard-Orgelsound, die sich am besten im Stadion zusammen mit 60.000 Gleichgesinnten intonieren lässt:

 

"The song maker says, "It ain't so bad"
The dream maker's going make you mad
The spaceman says, "Everybody look down
Its all in your mind"

 

Da dieser Song eh das höchte Suchtpotential (jawohl, noch höher als Human) hat, brauchen wir uns um mangelnde Textsicherheit bis zur Tour im März keine Sorgen zu machen!

 

Alles in allem ist Day & Age ein Album geworden, das nur so strotzt vor Ideen und großen Momenten. The Killers überraschen mit Gute-Laune-Sound zu ihren gewohnt weniger fröhlichen Texten resultierend aus Alltagsmelancholie und Weltschmerz. Daher verwundert der siebenminütige Rausschmeißer Goodnight, Travel well mit den Worten "And there's nothing I can say . There's nothing I can do now". Dabei haben die Killers doch alles richtig gemacht und etwas geschafft, was nur Wenige können: Sich selbst treu bleiben und sich doch mit innovativen, geistreichen und brillantem Songs neu erfinden. Sie beschenken uns mit einem großartigen Tanz-Album für die Vorweihnachtszeit, das das Zeug zum Klassiker macht Daher kann Brandon Flowers Frage auch nur eine rhetorische sein „Are we human or are we dancer?" Tänzer, natürlich! (Übrigens ist diese Zeile auch wieder nur ein Zitat und zwar von dem US-Schriftsteller und Begründer des „New Journalism" Hunter S. Thompson). Eva Deinert




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