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Franz Ferdinand: Tonight: Franz Ferdinand
Thursday, 22 January 2009 13:57
Tonight: Franz FerdinandDie Großmeister des Indie-Rocks haben ein neues Werk veröffentlicht und wie zu erwarten wird es wegweisend für viele ideenlose Abklatsch-Rocker sein. Franz Ferdinand gehen neue Wege und zeigen, wo der Musik-Stil im Jahre 2009 angekommen ist.


Eines vorweg: Tonight: Franz Ferdinand ist kantiger und experimenteller als die Vorgänger-Auskopplungen - die Leichtigkeit der Debüt-Platte haben die vier Glasgower abgelegt. Zwar benötigt das Album etwas Zeit zum Reifen, dennoch ist die CD gespickt mit eingängigen Melodien und prägnanten Riffs mit Tiefgang, die düsterer erscheinen und nicht mehr in den typischen Gute-Laune-Hymnen verpackt sind.

Sicherlich war es kein Leichtes, diese Platte zu produzieren. Nach dem genialen Erstling fielen Franz Ferdinand nicht in das berühmte Zweite-Platte-Loch, in das viele Kombos treten, sondern lieferten eine weitere großartige CD ab. Doch statt sich selbst zu kopieren baut die Band bei Tonight:Franz Ferdinand mehr Elektro-Elemente ein, kombiniert sie mit den gewohnten Franz-Ferdinand-Tunes und bescheren uns ein Album, das seine Kreise in der Indie-Pop-Landschaft ziehen wird. 

Beim ersten Durchlauf bleiben Stücke wie Twilight Omens, No You Girls und Lucid Dreams direkt in den Ohren hängen, wobei Letzteres durch die Dauer des Liedes und dem langen Instrumental-Part einem modernen Stairway to Heaven gleicht. Doch statt minutenlangem Gitarrengeschreddere wie bei der Hippie-Hymne, überrascht die Band mit einem Elektronik-Gewitter.

Da Franz Ferdinand großartige Songschreiber sind, heften sich nach einigen Durchgängen auch die übrigen Stücke fest und entfalten sich komplett. Einziger Kritikpunkt der Platte: Fast alle Lieder sind zwar für sich hervorragende Lieder, doch es fehlt der rote Faden, da sich gewohnte Ferdinand-Pop-Hits mit den neuen Gehversuchen etwas vermischen und noch kein Ganzes, Rundes ergeben. Dennoch kommt man an dieser Platte nicht vorbei, die einen festen Platz im CD-Regal verdient hat. Dominik Hoferer

VÖ: 23.01.2008


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