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Empire of The Sun: Walking on A Dream
Friday, 13 March 2009 17:52

Nicht von dieser Welt: Empire of The SunJa, Empire of The Sun kommen vom gleichen Planeten wie MGMT. Daran lässt schon das abgespacte Artwork des Albums keinen Zweifel. Wer jetzt jedoch an Plagiat und Trittbrettfahrer denkt, liegt allerdings völlig falsch.

 


Sänger Luke Steele versuchte schon vor sechs Jahren mit The Sleepy Jackson von Australien aus die Welt zu erobern. Leider interessierte sich damals jenseits des fünften Kontinents niemand für das Indie-Pop- Debüt Lovers. Nach dem zweiten Album Personality war 2006 Schluss für Sleepy Jackson. Die Welt schien einfach noch nicht reif für den Sound. Nun, wo MGMT, Hot Chip und Justice eine Electro-Schneise in den Indie-Pop-Milchstraße geschlagen haben, will es Luke Steele nochmals wissen. Zusammen mit Nick Littlemore formiert er Empire of The Sun und steuert mit dem Debüt Walking on A Dream sein Raumschiff geradewegs auf den hellsten Stern der Galaxis zu.

 

Der Opener Standing On The Shore wird zweifellos einer der Frühjahrhits auf den Indieplattentellern werden und steht damit dem großartigen und schon jetzt vielgeremixten Titel-Song Walking on A Dream in nichts nach, an den sich nahtlos Hot Mast anschließt. Mit viel Soul, groovigen Beats und dem obligatorischen Keyboard bilden diese ersten drei Songs eine vielversprechende, eingängige Sounddecke, die einen sofort mit out of space nimmt. Mit We Are The People verlassen Empire of The Sun jedoch langsam den bewährten MGMT/Hot Chip-Orbit und zeigen anhand des psychedelisch-experimentellen Songs Delta Bay, dass sie noch in ganz anderen Galaxien unterwegs sind. Futuristische Loungemusik entführt uns im Stück Country ins Land der Träume und spätestens bei The World hat man wirklich das Gefühl auf einer Reise durch den Weltraum zu sein. Überraschend und unerwartet kommt dann jedoch Swordfish Hotkiss Night daher. Denn mit diesem Song machen die Australier auf dem Planeten Halt, wo Timbaland und Justin Timberlake wohnen. Wer das nicht glauben will, sollte Swordfish Hotkiss Night zwischen Future Sex / Love Sound und Sexy Back platzieren und diese nacheinander anhören! Und? Mogelt sich nahtlos dazwischen, oder? Das ist jedoch keineswegs als qualitätminderndes Kriterium zu verstehen! Schließlich ist - und das sag ich jetzt auch auf die Gefahr hin morgen der Redaktion verwiesen zu werden - Justin Timberlakes Album Future Sex / Love Sound vom musikalischen Handwerk her ein wirklich großes Gesellenstück gewesen.

Aber keine Angst, schon mit dem nächsten Stück Tiger By My Side starten Empire of The Sun ihr Raumschiff mit Indie-Pop und Electro Antrieb wieder voll durch. Zum Abschied gibt's den Song Without you und damit sentimentale 80ies Disco-Romantik oben drauf, die zum Schieber / Steh-Blues tanzen einlädt.

 

Fazit: Auf zu neuen Welten! Wer dieses eindrucksvolle Psychedelic-Pop-Album verpasst, verliert den Anschluss im Indie-Pop-Orbit!

 

Und zum Abschluss noch eine Info für alle Angeber und Besserwisser:

Empire of The Sun ist außerdem ein Spielfilm von Steven Spielberg (dt. Titel: Das Reich der Sonne) aus dem Jahre 1987, in dem der damals erst 12-jährige Christian Bale an der Seite von John Malkovich spielte.

Eva Deinert

 

VÖ: 13.03.2009

 




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