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Southerly, Selig und Sue - dass die Bands dieser Woche alle mit dem gleichen Buchstaben beginnen ist purer Zufall, wobei sich eine Alliteration hier und da in fast jedem Text recht gut macht. Viel mehr als den Anfangsbuchstaben haben die Alben aber nicht gemein - von orchestraler Popmusik, über Retro-Grunge bis Falsett-Gesang ist diese Mischung so bunt wie ein Frühlingstrauß.
Southerly: Storyteller & The Gossip Columnist VÖ 20.03.09
Hinter Southerly verbirgt sich Singer/Songwriter, Booking Agent und Labelmanager Krist Krueger, der sich in jeder Ecke des Musikbusiness bestens auskennt, ist überzeugter Anhänger des DIY-Gedanken und hält auch beim eigenen Projekt gern alle Zügel in der Hand. Herausgekommen ist dabei ein orchestrales Gesamtkunstwerk, das von vorn bis hinten perfekt durchdacht, arrangiert und komponiert erklingt. Storyteller & The Gossip Columnist erzählt eine Geschichte in verschiedenen Kapiteln, kein Song steht für sich, erst in der Gesamtheit des Albums entfalten die einzelnen Stücke ihre volle Wirkung.
Dennoch hat jeder Song seine Spannungskurven, die der Künstler aus Portland ideenreich ausmalt. Die Arrangements aus Streichern und Bläsern paart Krueger mit seinem zarten, anmutigen und unverfälschten Gesang und schafft damit opulente Klangteppiche, die zu keiner Zeit aufgebläht oder überladen klingen. Auf Instrumentalstücke folgen sanfte Folksongs, keine Abfolge ist zufällig gewählt. Hier handelt es sich um orchestrale Popmusik, die wie eine klassische Oper den Hörer von Anfang bis Schluss fesselt.
Selig: Und endlich unendlich VÖ 20.03.09
Auch Selig, die mit Ohne Dich den Liebeskummer einer ganzen Generation für immer vertont haben, wollen es in diesem Jahr nochmal wissen. Damit hat der Reunion-Wahn der letzten zwei Jahre, der inzwischen nicht mehr als ein müdes „Ach, die jetzt auch!" zu provozieren mag, die Helden des Deutschrock erreicht. In den 90ern gefeiert und gehypt haben Selig die deutsche Musikszene wesentlich mitgeprägt. Mit Und endlich unendlich knüpfen sie genau da an, wo sie 1999 auf dem Höhepunkt ihrer Karriere aufgehört haben. Dabei sind sie keineswegs altbacken oder nur eine Kopie ihres früheren Ichs. Schon die erste Single Schau, Schau klingt ganz nach Selig und auch das Album - hier und da rockiger mit treibenden Gitarren - ist unverkennbar ihr Werk. Vor allem aber die Texte machen das Comeback aus, schließlich kommt mit 10 Jahren Selig-Pause ne Menge Lebenserfahrung dazu.
So wünschen sie sich Die alte Zeit zurück und besingen damit ganz ehrlich, das ein Leben nach Selig nicht unbedingt erfolgreich und befriedigend war. „Und all die Bands, die du gegründet hast - was wurde aus denen?", fragt Jan Plewka da ganz ungeniert nach Zinoba, TempEau und Kungfu - den Bandprojekten „danach". Lang lebe die Nacht ist eine Einladung, es noch einmal kräftig krachen zu lassen und Ich dachte schon ist vertontes Leid par exellence, wie wir es von Selig kennen. Genau deshalb funktioniert das Comeback auch: Nicht nur Selig, auch die Fans sind 10 Jahre älter geworden, haben Freude und Leid, Liebe und Trauer erlebt. Und doch sind alle vereint im melancholischen Rückblick auf die Grunge-Zeit der Endneunziger.
Sue: Home Philosophy VÖ 27.03.09
Zerbrechlich und zart, mal mit Akustikgitarren, mal mit Elektronikbeats besingen die Hamburger von Sue auf ihrem Debütalbum Home Philosophy verschiedene Arten von Zuhausesein. Während das liebevollle Gitarrenstück New York und das fetzige Liebeslied an eine Stadt Hamburg is the Love sich noch recht deutlich auf Orte beziehen, ist es in „A Sunlight, Please" eher das Gefühl von Geborgenheit, das die Nähe eines geliebten Menschen zur Heimat macht ("All I wanna be is here with you").
Vier Jahre haben die Herren um Sänger Skip Danko für ihr Debütalbum gebraucht, an dem Produzenten wie Swen Meyer (Kettcar, Tomte), Andreas Meid (Kid Alex, DIM) und Nils Kacirek (Plexique, Station 17) mitgearbeitet haben. Eingespielt wurde das Album in einem stillgelegtem Wassertank in Ostfriesland - ein Grund, warum Home Philosophy nach Unterwassermusik klingt. Der andere ist der Falsett-Gesang von Skip Danko, den man ja schon seit Jahren von Muse-Sänger Matthew Bellamy kennt und der seit Felix Räuber von Polarkreis 18 nun auch mainstreamtauglich ist. Die Stimmlage ist vielleicht nicht jedermanns Sache und auch Worte wie „Once again on the Reeperbahn" hängen dem ein oder anderen vielleicht etwas sperrig im Ohr, doch insgesamt ist Home Philosophy beachtenswertes Erstlingswerk.
Eva Deinert
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Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
Noch was zum Thema: http://likeitis93.blogspot.de/2012/03/save-olli-schulz.html
diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...