Die Hochkultur der Subkultur.
Home icon Home»Laut»Rezensionen»Reingehört: Art Brut, Muff Potter, Hildur Gudnadottir
Reingehört: Art Brut, Muff Potter, Hildur Gudnadottir
Thursday, 16 April 2009 01:00

Muff Potter, Art Brut und Hildur Gudnadottir in der KritikVom Himmel in die Hölle und zurück: Art Brut legen sich auf ihrer neuen Platte mit dem Satan an, Muff Potter bleiben dagegen auf fest auf dem Boden der Tatsachen, Hildur Gudnadottir schwebt in unendliche Sphären. Eine spannende Reise, die man erlebt haben sollte.

 

 

 

 

 

 

 

 

Art Brut in der Kritik

Art Brut: Art Brut Vs. Satan
Eine teuflische Verlockung
VÖ 17.04.09

Stets neue Herausforderungen braucht der Mensch und der Rock´n´Roller im Allgemeinen erst recht. Im Fall von Art Brut bestand diese Aufgabe darin, nach ihrem Bomben-Debüt Bang Bang Rock´n´Roll an ihrem Sound zu feilen, erwachsen zu werden und neue Dinge auszuprobieren. Dass muss nicht immer gut gehen, wie der Nachfolger It´s A Bit Complicated bewiesen hatte, doch die jungen Briten sind lernfähig.

Man nehme die bereits bekannten Elemente verspielter Instrumente, untermale sie mit Eddie Argos´schem Sprechgesang und lasse das ganze von Pixies-Legende Frank Black abmischen. Das Ergebnis kann sich hören und zeitweise sogar tanzen lassen: Alcoholics Unanimous und DC Comics And Chocolate Milkshake erinnern an die damaligen ersten Hits der Band und schüren die Freude auf den Rest der neuen Platte. Doch statt einem spektakulären Schlagabtausch mit dem Teufel folgt durchschnittlicher Indie-Rock, wie man ihn kennt und trotzdem mag. Ungeahnte Überraschungen bleiben auf diesem Album zwar aus, vierzig Minuten angenehme Unterhaltung mit lockeren frechen Titeln sind allerdings garantiert. Nina-Carissima Schönrock

 

 

 

Muff Potter in der KritikMuff Potter: Gute Aussicht

Auf dem Boden der Tatsachen

VÖ 17.04.09

 

Ein Stadtspaziergang, bei dem die Kamera dem melancholischen  Musiker auf Schritt und Tritt folgt - den Protagonisten stets im Fokus. Im Hintergrund der graue Stadtalltag, szenisch nostalgische und negativ angehauchte Rückblenden. Diese Bilder kommen einem sofort in den Sinn, nachdem man dem ersten Track des Platte lauscht. Einem Spaziergang gleicht auch das Album selbst: Man schlendert beim Hören auf den zwar treibenden, aber meist sachten Gitarrenriffs entlang, gepaart mit leicht verdaulichen Melodien und dafür gar nicht so leicht verdaulichen Texten.

Dabei verzichten Muff Potter auf größere klangliche Experimente. Der Sound bleibt auf dem Boden, trotzdem aber leicht wie eine Feder. Ausnahmen sind die wenigen Momente, in denen die Gitarren so rotzig werden wie die Stimme von Nagel selbst. Alles in allem eine gut tanzbare, melodiöse Platte, deren Schwere sich beim ersten Reinhören auf die Songtexte zu beschränken scheint. Dafür kann man sich dann beim angestrengten Sinnieren über dieselbigen voll und ganz darauf konzentrieren, Licht in das intelligente Dunkel der Songtexte zu bringen. Stephanie Gmeiner

 

 


Hildur Gudnadottir in der KritikHildur Gudnadottir: Without Sinking
Schwerelos über den Wolken
VÖ 17.04.09

 

Laut eigener Aussage ist die talentierte isländische Cellistin Hildur Gudnadottir in den letzten Jahren viel geflogen, hat viele Stunden über der Erde verbracht und kleine Studien betrieben über das, was sie oben am meisten zu Gesicht bekomme hat: die Wolken. Hat sich gut eingeprägt, wie diese aussehen, wie sie sich bewegen und sich Gedanken darüber gemacht, wie man ihre Erscheinung am besten vertonen kann. Diese Gefühl hat sie mit den Saiten ihres Cellos und ihrem Bogen einfangen. Genauso hat sie die Stücke benannt: Aether, Into Warmer Air oder auch Elevation und Ascent heißen sie. Immer geht es nach oben in die Lüfte. Dabei erinnert sie des öfteren an Mit-Isländer Olafur Arnalds.


Schwerelos wird ihr Bogen über die Saiten geführt. Sie hält die Töne ewig aus und bedient die Flageoletttöne, um noch höher hinauf zu kommen. Auch Gewitterwolken hat sie dabei untermalt, mit Kompositionen wie in Opaque, wo die tiefen schweren Saiten dominieren, die hart gestrichen werden und so den Rhythmus des Stücks vorgeben. Begleitet wird sie von der Zither, mal von der Klarinette, dem Baß oder bedient sich kleinen elektronischen Spielereien. So hat Hildur musikalisch die ganze Vielfalt des Himmels abgebildet, der mal schön und mal bewölkt sein kann. Christine Bulla




Kommentar schreiben
Name:
Email:
 
Titel:

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."

 

Kommentare