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Brakes: Touchdown
Saturday, 25 April 2009 01:00

brakes_touchdownn.jpg"Touchdown ist der Zenith der Zivilisation. Euch wird die Kinnlade weiter herunterfallen als der Dow Jones 2008 fiel", sagt Brakes-Sänger Eamon Hamilton über das dritte Album der Band aus Brighton. Große Worte, denen wirklich große Taten folgen sollen.

 

Tatsächlich ist Brakes mit Touchdown eines der abwechslungsreichsten und kurzweiligsten Alben des Jahres gelungen. Zwölf Songs in 36 Minuten, und keiner gleicht dem anderen. Ja, manchmal fällt es sogar schwer zu glauben, dass hier wirklich ein und dieselbe Band am Werk war. Es ist deutlich herauszuhören, dass die vier Musiker alle schon Erfahrungen in Bands wie British Sea Power oder The Electric Soft Parade sammeln konnten, doch die unterschiedlichsten Einflüsse verbinden sich auf Touchdown überraschenderweise zu einem harmonischen Gesamtklangbild.

 

So werden bei Don't Take Me To Space (Man) psychedelische Töne angeschlagen, die wirklich aus einem anderen Universum zu stammen scheinen, während das darauf folgende Red Rag völlig unerwartet mit einem anderthalbminütigen Gitarreninferno aufwartet, das im Wesentlichen nur durch ein paar heisere Schreie unterbrochen wird.

 

Worry About It Later und Eternal Return lassen sich wohl am ehesten als Country-Pop beschreiben und erinnern an frühere Stücke der Brakes. Dann gibt es noch wunderbare kleine Juwelen wie Do you Feel The Same und Ancient Mysteries, die den sonnigen Pop der 60er wieder auferstehen lassen. Doch kaum hat man sich geistig mit ein paar Freunden auf einer Wiese niedergelassen und fängt an, sich gegenseitig Blumen ins Haar zu flechten, wird man auch schon wieder von der Gitarrenfront in Hey Hey überrannt. Das Album findet seinen Höhepunkt schließlich im schwermütigen Leaving England, einem wunderbar sehnsüchtigen Folksong über Fernweh und die Suche nach dem kleinen Glück in der großen Welt.

 

Doch nicht nur musikalisch hat Touchdown mehr zu bieten, als das Ohr beim ersten Durchlauf verkraften kann. Mit Zeilen wie "I'm gonna tell you why it is thatI drink my days away: it's because the beer makes the cigarettes go down" (Why Tell The Truth When It's Easier To Lie), sind den vier Herren von der britischen Südküste durchaus auch einige lyrische Glanzlichter gelungen.

 

Diese Kombination aus lebensnahen Texten und auf den Punkt gespielten, vielschichtigen Songs macht Touchdown so unberechenbar wie die Aktienkurse derzeit. Doch für Brakes geht geht der Trend dabei ganz klar nach oben! Bettina Koch

 

VÖ 24.04.09




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