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Es ist ein Festspiel großer Männer der Musikwelt: Marmaduke Duke, Jarvis Cocker und Patrick Watson schenken der Welt neue Ergüsse ihrer unerschöpflichen Kreativität. Ob da die Frauenherzen schmelzen? Die weibliche Seite der LAXMag-Redaktion hat es getestet.
Marmaduke Duke: Duke Pandemonium VÖ 15.05.09
Pomp oder purer Spaß? Diese Frage stellt sich bei Marmaduke Duke bereits zum zweiten Mal. Mit Duke Pandemonium veröffentlicht das Duo den Mittelteil einer klangvollen Musiktriologie, die mit The Magnificent Duke 2005 den Anfang gemacht hatte. Damals noch mit Kehlkopf-zerschmetterndem Rock, heute mit Klängen für das gemeine Partyvolk - falls es sich denn auf die sonderbare musikalische Reise der beiden maskierten Dukes einlässt. Ratsam wäre es, denn schon nach wenigen Minuten des Albums wird klar: Die beiden Schotten alias Simon Neil von Biffy Clyro und Sucioperro-Sänger JP Reid sind nicht nur auf Papier verwandt, sondern auch im Geiste. Minimalistischer Elektro-Sound trifft wilde Ausrufe und treibende Beats, die das Gemüt erhitzen und bewegen, aber trotzdem nach weniger als 35 Minuten zum unerwartet plötzlichen Ende finden. Ein viel zu kurzer Genuss für ein Werk, das sich mit Titeln wie Kid Gloves und Je Suis Un Funky Homme zielstrebig dem Thron der persönlichen Hot Rotation nähert. Ein königlicher Juwel, der so oft wie möglich aus der Schatzkammer geholt werden sollte, um ihm laut und lächelnd zu huldigen. Nina-Carissima Schönrock
Jarvis Cocker: Further Complications VÖ 15.05.09
Zwei Jahre war es still um Jarvis Cocker, jetzt gibt es endlich Neues vom Mann mit dem Kassengestell. Mit seinem zweiten Solo-Album meldet sich der ehemalige Pulp-Sänger im wahrsten Sinne des Wortes mit Pauken und Trompeten zurück. Während der Vorgänger Jarvis eher reduziert und ruhig war, wird auf Further Complications ganz tief in die Requistenkiste gegriffen. Pomp und Glamour, soweit das Ohr hören kann!
Während Songs wie Leftover oder der Titelsong Further Complications an gute alte Pulp-Zeiten erinnern, dürfte Jarvis sich mit You're In My Eyes (Disco Song) die lebenslange Mitgliedschaft im Donner Summer-Fanclub ersungen haben. Eindeutiger Höhepunkt des Albums ist aber die Pseudo-Ballade I Never Said I Was Deep. Eine grandiose Hommage an David Bowie zu Ziggy Stardust-Zeiten, bombastisch orchestriert mit Streichern und Bläsern. Doch Jarvis wäre nicht Jarvis, hätte er diesen Titel nicht auch mit einem bitter-zynischen Text versehen: "If you're waiting to find what's going on in my mind, you could be waiting forever" singt er, während die swingende Band im Hintergrund einen glauben lässt, dass das Traumschiff gleich eine unberührte Karibikinsel anläuft. Kurzum: Dem Meister des intelligenten Discopop ist mit Further Complications ein Glanzstück gelungen, das beim Abspielen Sternenstaub aus dem Player rieseln lässt. Bettina Koch
Patrick Watson: Wooden Arms VÖ 15.05.09
Wooden Arms, der Nachfolger des gefeierten Albums Close to Paradise, ist mehr als nur Musik, es ist eine Eintrittskarte in eine Welt, in der Klassik, Pop, Alternative und Psychedelic eins werden, ohne sich ineinander aufzulösen. Denn was der Komponist und seine Klangkünstler uns da auf die Lauscher geben, ist kein Popalbum, sondern eine ganze Symphonie aus zarten Songs, opulenten Instrumentalstücken und außergewöhnlichen Kompositionen.
Patrick Watson holt uns behutsam mit dem verträumten Firewood ab, das im Crescendo beginnend genau der richtige Einstieg in die Zauberwelt des Künstlers ist. Schon beim zweiten Stück Tracy's Waters trifft der Hörer auf verquere Glockenspiele gepaart mit üppigen Trommeleffekten, bevor ihn Beijing wieder in eine völlig andere Musiktradition mitnimmt. Die sinfonische Dichtung des Stückes lässt schon nach den ersten Klaviertakten erkennen: Wir befinden uns mitten in Peking, eingerahmt vom geschäftigem Treiben in den Straßen der Großstadt. Kaum zu Atem gekommen, steht man plötzlich mit dem Titelsong Wooden Arms auf dem 20er-Jahre-Tanzparkett und bewegt sich im Dreivierteltakt zu einem anmutigen europäischen Walzer. Dass sie ernsthafte Musiker und Komponisten sind, beweisen Patrick Watson und seine Band außerdem mit zwei außergewöhnlichen Instrumentalstücken: dem streicherlastigen Hommage und dem exzentrischen Orchesterwerk Down at the Beach. Demgegenüber steht der melodiöse, wunderschönen Country-Popsong Big Bird In A Small Cage, der ohne Ecken und Kanten wieder ein völlig anderes Genre eröffnet. Ebenso zeigt Patrick Watson seine Singer/Songwriter-Qualitäten in dem puristischen Man Like You, das allein mit seiner Engelsstimme und einer Akustikgitarre auskommt.
Von Streichern bis Xylofon, von Akustikgitarre bis Kesseltrommel, von Instrumental bis Popsong - wer den großen Komponisten der Geschichte genauso viel abgewinnen kann wie dem psychedelischen Alternative der Gegenwart, wer Musik nicht nur als In-Ohr-Beschallung versteht, sondern als vielschichtiges Erlebnis, wird in diesem Album ein großartiges Opus moderner Musikkunst entdecken. (Eva Deinert)
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Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
Noch was zum Thema: http://likeitis93.blogspot.de/2012/03/save-olli-schulz.html
diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...