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Mit Controlling Crowds melden sich die Briten um Archive wieder zurück. Ein negatives Weltbild kommunizieren sie in ihren Texten, viel Verzweiflung lässt sich heraus hören. Ganz anderes die flippigen Dänen der Asteroids Galaxy Tour, bei denen der Spaß am Leben aus jedem Stück zu hören ist. Eine bipolare Mischung also, bei der für alle Stimmungen gesorgt ist. Und dazu gehören noch acht Beine - und wir sagen euch, warum.

Archive: Controlling Crowds VÖ 22.05.09
Archive wollen uns viel mitteilen, das dauert seine 78 Minuten Spielzeit. Mit Controlling Crowds, ihrem siebten Studioalbum, haben die Briten ein Konzeptalbum fabriziert. In vier Teilen, wobei drei auf der aktuellen Platte zu hören sind, geht es um den negativen Drang der Menschen, alles und jeden unter ihre Kontrolle zu bringen. Aus dem Grund werden überwiegend Stimmungen wie Hass, Angst, Krieg, Chaos und Verzweifelung thematisiert.
Um das stimmlich perfekt zu arrangieren, gehen Archive weit zurück in ihrer eigenen Bandgeschichte und holen sich neben Pollard Berrier, Dave Pen und Maria Q auch wieder den ehemaligen Kollegen und Rapper Rosko John mit ins Tonstudio. Von Trip-Hop Passagen, über Prog-Rock Elementen, elektronischen Spielereien, Rockgitarren, wilden Loops und Rapeinlagen gibt es alles zu hören, was Archive so unvergleichbar macht.
Auf archive-typischen zehn Minuten beweisen sie in Controlling Crowds, dem Opener zu Teil 1, dass sie nach wie vor das Zeug dazu haben, die Zuhörer mit elektronisch gewebten, sich langsam steigernden Klangteppichen zu begeistern. Bullets legt dann auch sofort nach. Elektronische Beats und Klavier Melodien begleiten Pollard Gesang. Words On Signs kommt als ruhiges, verzweifeltes Stück mit minimalistische Klavierbegleitung daher.
Teil 2 punktet mit Stücken, die durch ihre stehts aufbauende Dynamik und Tempowechsel an Intensität gewinnen und dadurch begeisterten. Maria Q ist dafür am Mikrophon zu Collapse/Collide und Pollard am Start für Clones. Verzerrte Stimmen wechseln sich mit sakralen Gesängen ab. Bastardised Ink stellt den Rap von Rosko in den Vordergrund über abgehakten Stakkato-Beats und wabernden Sounds. Kings Of Speed klärt über die Geschwindigkeit der Zeit auf: "Time isn’t slowing, just speed, it’s all we’re knowing".
Im dritten Teil geht es ruhiger zu. Chaos schwebt dahin, Pen wirft einzelne Wörter in den Raum: "Chaos, confusion, delusion, seclusion, inclusion, numbing, loving, finding you in me, how I adore, the chaos of you". Razed To The Ground kommt düster daher und mit Funeral sind Archive entgültig wieder bei ihrem Erstlingswerk Londinium angekommen. Der Kreis schließt sich.
Entstanden ist dadurch ein Album, das so abwechslungsreich ist, wie keine Platte der Engländer zuvor. Musik, bei der viel unter der Oberfläche passiert und sich manches erst nach mehrmaligem Hören eröffnet. Die Vorfreude auf Teil 4 des Mammutwerks bleibt. Christine Bulla
Eight Legs: The Electric Kool-Aid Cuckoo Nest
VÖ 22.05.09
Mit Searching For The Simple Life haben Eight Legs 2007 ein fulminantes Debüt hingelegt: Dreckiger als The Libertines, dreister als Art Brut. Verdammt cool kamen die vier Briten daher und wurden damit ganz nebenbei noch mit Unterstützung von Dior-Chefdesigner Hedi Slimane zu Fashion-Ikonen. Zwei Jahre später liegt mit The Electric Cool-Aid Cuckoo Nest der Nachfolger vor, und auch die bunten Tierkostüme auf dem Cover können über eine Tatsache nicht hinwegtäuschen: Eight Legs sind erwachsen geworden.
Wäre da nicht die unverwechselbare Stimme von Sänger Sam Jolly, könnte man beim ersten Hören des Openers I Understand fast denken, man habe sich im CD-Regal vergriffen. Statt rotzfrechem Indie-Rock im 4/4-Takt gibt es gemäßigte Hippie-Klänge auf die Ohren. Folgerichtig heißt einer der neuen Titel auch I Wish It Was The Sixties und macht klar, wohin die Reise geht.
The Electric Cool-Aid Cuckoo Nest bietet inhaltlich einen Querschnitt durch die Beat-Literatur der 60er-Jahre. Es scheint, als hätten die Jungs aus Shakespeares Heimatort Stratford-Upon-Avon ("We're not from London, we just happen to live there!") im letzten Sommer alle Hausaufgaben nachgeholt, für die sie am College keine Zeit hatten, weil sie zu sehr mit Rocken beschäftigt waren.
Passend zur Lektüre wurden offenbar fleißig die Plattenschränke der Eltern geplündet. The Electric Cool-Aid Cuckoo Nest ist eine Hommage an The Who geworden, zu der auch The Kinks und The Small Faces und nicht zuletzt The Beatles einen kleinen Beitrag geleistet haben.
Für Fans des eingängigen Schrammelrocks des ersten Albums stellen Titel wie das folkige So You Know oder der siebenmütige Titelsong mit seinen Psychedelic-Anleihen sicher erst einmal eine akustische Herausforderung dar. Doch die achtbeinige Spinne webt ein engmaschiges, dichtes Klangnetz und wickelt den Hörer damit von Minute zu Minute mehr ein, bis er am Schluss nur noch eine Wahl hat: Die Repeat-Taste zu drücken. Bettina Koch
The Asteroids Galaxy Tour: Fruit VÖ 18.09.09
Aus Dänemark kommen The Asteroids Galaxy Tour. Ein gemischtes Doppel, welches sich der Musik der 60er Jahre verschrieben hat und diese nach dem neuesten Stand der Musik aufpeppt und sehr tanzbar macht. Mettes unvergleichbare Stimme, eine Menge Modern-Soul viel Pop und Akzente von Trompete und Saxophon gibt es auf dem Debut Album Fruit zu hören.
Ihren Hit Around The Bend konnten sie schon erfolgreich in der iPod Nano Werbung unterbringen. Auch The Sun Ain’t Shining No More hat Hit-Faktor und geht sofort ins Ohr. Langsame gemächliche Stücke wie Hero werden von Blechbläsern akzentuiert. Push The Envelope ist ein großes, lautes Stück mit durchgängigen elektronischen Akzenten und Backround-Chor. Satellite klingt mehr nach Indie-Rock, wird wieder von Blechbläsern aufgepeppt. Bad Fever ertönt im Reggae Rhythmus und lebt von Mettes verzerrter Stimme The Golden Age hat lustiges Klaviergeklimpere dabei und sirenehaften Gesang. Dabei darf der Vergleich zu Morcheeba natürlich nicht fehlen. "Sing It Out Loud And Let Yourself Free".
Alles in allem haben The Asteroids Galaxy Tour mit ihrem Fruit einen bunten fröhlichen und sehr tanzbaren Obstsalat produziert. Christine Bulla
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Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
Noch was zum Thema: http://likeitis93.blogspot.de/2012/03/save-olli-schulz.html
diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...