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Reingehört: Kasabian, Patrick Wolf
Sunday, 07 June 2009 11:21

Kasabian und Patrick Wolf in der KritikJetzt wird es elektronisch: Kasabian und Patrick Wolf haben neue Alben am Start und erweisen DJs ebenso wie Clubbesuchern und Musiksammlern wieder einmal die Ehre electro-poppiger Klänge und imposanter Hymnen. Wir haben für euch in die beiden Werke reingehört.

 

 

 

 

 

 

 

Kasabian in der KritikKasabian: West Ryder Pauper Lunatic Asylum

VÖ: 05.06.09

 

Zwei Jahre haben Kasabian an dem dritten Album nach Kasabian und Empire gefeilt, das nach der ersten britischen psychiatrischen Klinik für Arme benannt wurde: West Ryder Pauper Lunatic Asylum. Wenn die sonst so schwierige zweite Platte die UK-Charts angeführt hat, rotzt man den Nachfolger nicht mal eben runter. "Es ist immer das dritte Album, nach dem eine Band beurteilt wird", macht Serge Pizzorno in der Albumankündigung klar. "Es ist ganz einfach der Zeitpunkt, wenn du deinen Platz gefunden hast und die Leute erkennen, wer du wirklich bist. Was den Erfolg betrifft, haben wir den Durchbruch schon geschafft. Jetzt ist es Zeit, das System von Innen heraus zu zerstören". Und zwar mit Westerncolts im Anschlag.

 

West Ryder Pauper Lunatic Asylum ist ein Soundtrack zu einem imaginären Film. Vom Instrumental (Swarfiga) über Electropop (Vlad The Impaler), Country (Where Did All The Love Go) und Surfpop (Thick As Thieves) bis hin zum romantischen Blues (Ladies and Gentleman) und Psychedelic (Fast Fuse) - für jede Stimmung, für jede Emotion und für jede Filmszene ist ein passendes Stück dabei. Atmosphärische Klänge lösen harte Gitarrenriffs ab, Streicher folgen auf Electro-Beats. Die Platte strotzt vor Ideen und fügt doch die einzelnen Höhepunkte zu einem großen Ganzen wieder zusammen - wie ein perfekter, cineastischer Spannungsbogen. Während im Video zu Fire schon Westernstimmung aufkommt, ist das Kernstück West Ryder Silver Bullet das "Zwölf Uhr mittags" der Platte - ein Duett bzw. Duell zwischen Tom und "Sin City"-Schauspielerin Rosario Dawson. Man sieht sie förmlich vorm Salon auf der Straße stehen, die Colts im Anschlag, nur das schmatzende Geräusch von Kautabak ist in der Gluthitze einer beliebigen Wüstenstadt zu hören. Ob Kasabian gewonnen haben? Mit Sicherheit. Denn was sie mit dem angeblich so schweren dritten Album abgefeuert haben, trifft auf jeden Fall direkt ins Schwarze. Eva Deinert

 

 

 

Patrick Wolf in der KritikPatrick Wolf: The Bachelor
VÖ: 05.06.09

Begierde und Depression, verbinden sich zu einem Gefühlssturm, der - untermalt von orchestralen Klängen - nicht nur anhaltende Gänsehaut verursacht, sondern einen in die tiefe, emotionale Welt des Musikers entführt. Das ist das neue, inzwischen bereits vierte Album des jungen Patrick Wolf, der mit klanglicher Anlehnung an die 80er Jahre und prominenter Gast-Besetzung ein echtes musikalisches Highlight abliefert: Mit Hollywoodstar Tilda Swinton teilt Wolf seine androgyne und auratische Art und Schaffensweise, mit Alec Empire verbindet ihn die Liebe zur elektronischen Komposition. Was dadurch entsteht sind monumentale Arragements, die dezent an Bands wie Depeche Mode oder Soft Cell erinnern und durchaus Potential für einen Musik-Oscar mit sich bringen.

Wer der auditiven Verführung durch dieses Album bereits hilflos unterlegen ist, kann übrigens aufatmen, denn sie Saga geht weiter: Ist The Bachelor ein Werk der tiefen, teils melancholischen Gedanken über die Welt und ihre Tücken, so ist es doch erst der erste Teil eines Gesamtkunstwerks namens The Battle, das Patrick Wolf 2010 in Form eines Doppelalbums veröffentlichen möchte. Dieses wird dann auch Teil zwei der Alben-Serie, The Conqueror, enthalten. Nina-Carissima Schönrock




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