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Reingehört: Gemma Ray, Regina Spektor, Sawoff Shotgun
Wednesday, 24 June 2009 01:00

reingehrt_spektorrayshotgun.jpgReingehört diesmal mit beeindruckenden weiblichen Stimmen. Gemma Ray, das ist keine Comicfigur aus der Feder einer Physikerin, sondern eine tolle Singer/Songwriterin aus England. Sawoff Shotgun bieten uns auf ihrem Debüt-Album eine einfache und gründliche Lösung gegen Falten. Und ebenfalls mit dabei: das neue Album von Regina Spektor, der Geschichtenerzählerin aus den USA.

 

 

 

 

 

Gemma Ray - Lights Out, Zoltar!Gemma Ray – Lights Out, Zoltar!

VÖ: 19.06.09


Gemma Ray lautet der Name einer fantastischen Sängerin aus Essex, UK. Laut dem britischen Q-Magazin klingt sie so, als hätte sich Nora Jones die Drogen von Amy Winehouse ausgeliehen. Nun hat sie ihr zweites Studioalbum Lights Out, Zoltar! veröffentlicht.


Ihre Musik beschreibt Gemma Ray selbst als den Versuch, ihren Gemütszustand mit einem drei-minütigen Tornado zu entfachen, sehr emotional und gefühlsgeladen. Die Stimmung sei eine Mischung aus futuristischen Klängen gepaart mit Mini-Melodramen der Fünfziger und Sechziger, mit Blues, Soul und Gospel Freak-Outs. Schöner könnte man es selbst auch nicht beschreiben. Viele Songs erinnern an die Kompositionen von Emiliana Torrini. Auch hier werden intensive symphonische Melodiebögen von Streichern gemalt und mit Xylophonklängen frei gesetzt.

Michael J. Sheehy hat sie bei ihrer bunten Mischung aus Singer/Songwritertum und schwermütigem Pop unterstützt. Auf dem neuen Album zeigt sie, dass neben der traumwandlerischen Melancholie auch positive, hoffnungsvolle Elemente in ihr stecken. Das zeigt sich bereits im Opener 100 mph (in 2nd gear), einem Song, der einen schon beim ersten Hören im Ohr bleibt und einen nicht mehr loslässt. Christine Bulla

 

Regina Spector - FarRegina Spektor – Far

VÖ: 26.06.09

 

Mit Far veröffentlich die aus Russland stammende jüdische US-amerikanische Sängerin Regina Spektor ihr neues Studioalbum. Ganz in der Tradition der Vorgänger gibt es auch diesmal wieder viele eingängige Songs, die die Pianistin und Gitarristin mit ihrer folkigen einschmeichelnden Stimme verbalisiert.


Auf 13 Stücken lässt sie das Gewöhnliche zum Ungewöhnlichen werden: Sie lädt uns an einen Tag am Strand ein "Come and open up your folden up your folding chair. My feet are burried in the sand and there is a breeze" in Folding Chair, nimmt einen mit auf die Reise ins Universum der Farbe Blau in Blue Lips "Blue lips, blue veins. Blue – The colour of our planet from far far away. Blue – The most human colour" und erzählt uns Geschichten von sprechenden, doch so gegensätzlichen Vögeln auf Stromleitungen in Two Birds.

Verglichen wird sie gerne mit Kate Nash, was bei den schnelleren Stücken stimmt, haben beide diese Fröhlichkeit und den Gute-Laune-Beat wie in The Calculation. Aber Spektor hat viele Facetten auf dem Album. Langsame Balladen wechseln sich ab mit schnelleren Songs. Kein Wunder, schließlich arbeitete sie für Far mit den unterschiedlichsten Produzenten zusammen von David Kahne (The Strokes) über Mike Elizondo (Eminem) hin zu Garrett Lee (Weezer). Christine Bulla

 

sawoffshotgun_nevermind.jpgSawoff Shotgun: Never mind the botox, here comes the Sawoff Shotgun

VÖ: 03.06.09

 

In ihrer Presse-Info werden Sawoff Shotgun als "eine der witzigsten Trashpopbands seit dem Aufkommen der Riot Girls" bezeichnet. Dazu hat man den drei Mädels auch noch klangvolle Pseudonyme (Kala Bebe, Bess Brown und Loly Python) und eine interessante Biographie (Töchter eines Waffenherstellers) verpasst.

 

Lassen wir uns von derart interessanten Fakten jedoch nicht beeinflussen und widmen uns lieber der Musik! Das Debüt von Sawoff Shotgun ist durchaus unterhaltsam. Die Damen gehen frisch und sympathisch zu Werke und bedienen mit Songtiteln wie Lip My Stockings oder Stereosexuality natürlich auch das eine oder andere Riot-Girl-Klischee.

Inhaltlich werden sämtliche Varianten des Themas "Männer und Frauen" auf mehr oder minder ironische Art abgehandelt. Musikalisch versuchen Sawoff Shotgun eine Gratwanderung zwischen Bubblegum-Pop, Rock und Disco, die aber nicht immer gelingt. Pop-Rockige Songs wie Blodee Maree und Papa Was A Preacher machen Spaß und sind tanzbar, bei Queen Of Clubs wurde hingegen eindeutig die Grenze zum Kitsch überschritten. Die im Titel assozierte Nähe zum Punkrock macht sich leider nicht bemerkbar. Never mind the botox, here comes the Sawoff Shotgun ist ein nettes Pop-Album, insgesamt fehlt aber einfach der nötige Biss, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Bettina Koch

 

 




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