| Maria Anna Kreienbaum, Katharina Knoll: Gilmore Girls - mehr als eine Fernsehserie? |
| Tuesday, 03 May 2011 10:40 | |||
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Nicht nur die Jolie des Monats Mai zitiert in ihrem Artikel „Wetten, dass Sie sich diesen Frühling noch verlieben?“ die Beziehung zwischen Lorelai und Luke, um ein Beispiel für ihren Artikel zu geben. Im Buch Gilmore Girls - mehr als eine Fernsehserie? suchen die fünf Autoren und ihre Helfer nach den Gründen, warum diese Serie so verzaubert. Gleich im ersten Kapitel wird eine Zusammenfassung der Serie geliefert und festgestellt, dass die Serie deswegen so fesselt, weil sie in der Wirklichkeit stattfand. Anders als bei VOX-Kollegenserien wie The O. C. oder One Tree Hill dreht sich diese Welt nicht ausschließlich um ihre Protagonisten, sondern auch um die Popkultur. Gastauftritte wirken nicht wie platzierte Produktwerbung. Rorys Vorbild beispielsweise ist die real existente Journalistin Christiane Amanpour. Das Buch, herausgegeben von Maria Anna Kreienbaum und Katharina Knoll, sucht aber auch nach Zusammenhängen mit dem Feminismus. So gibt es in der Serie keine Cheerleader oder andere typische High School Hierarchien – alles dreht sich um spleenige, liebenswerte Frauen, die ehrgeiziger sind als die an ihrer Seite spielenden Männer. Hinzukommt die Charakterisierung der Lane, die in „Riot Grrl“-Tradition Schlagzeug in einer Band spielt, das wohl männlichste Instrument von allen. Dass dieses Thema aufgegriffen wird, ist kein Wunder. So wird auch im Kapitel „Hegemoniale Weiblichkeit?“ die Rollenverteilung analysiert. Amy Shermann-Palladino, die Schöpferin der Serie, hat selbst in Interviews zugegeben, Luke nur erschaffen zu haben, „weil zu viele Chicks herumliefen“. Dementsprechend hat Luke kein Problem damit, weibliche Hilfe anzunehmen (wie beispielsweise beim Streichen seines Cafés) oder sich in ihre Welt zu beamen. Nur sein mürrisches Auftreten und der Drei-Tage-Bart stilisieren ihn als Macho, wenn er doch auch in Wirklichkeit der Anti-Macho ist. Ein Großteil des Buchs dreht sich auch um die Identifikation mit den Hauptcharakteren, die so tief verwurzelt sind in einer nordamerikanischen Kleinstadt, dass sich ein deutscher Großstädter wohl kaum in ihnen wiedererkennen könnte. Genau das Gegenteil ist der Fall: Die Außenseiter werden nicht geschnitten, sondern sind die Helden. Deren Lehren über Familie, Freundschaft und Geschlechterrollen gebühren daher zu Recht nicht nur ein eigenes Buch, sondern auch eine eigene Vorlesung an der Uni Wuppertal (ebenso Buffy. Das gilt nicht für die Kurse zu Twilight.). Simone Bauer Maria Anna Kreienbaum, Katharina Knoll (Hrsg.): Gilmore Girls – mehr als eine Fernsehserie?
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