| Rocko Schamoni: Dorfpunks |
| Sunday, 16 December 2007 15:39 | |||
Rocko Schamoni ist eine Hamburger Punklegende - ein deutscher Künstler, der in seinem Leben viel erlebt hat. Prägend für sein Schaffen war die Jugend in Schmalenstedt. Der Schlager-Punk skizziert in dem Buch Dorfpunks unterhaltsame Erlebnisse aus seiner Phase der Selbstfindung.
Hörprobe: Dorfpunks als Hörbuch, gelesen von Rocko Schamoni himself Rocko Schamoni hat als Jugendlicher aus dem selben Glas wie John Lennon getrunken. Ein Omen? Der indirekte Kuss des Beatles-Frontmann muss ihn verändert haben. Jahre später war er mit den Toten Hosen auf Tour, die ihm sogar das beste Lied ihrer Karriere gewidmet haben: Das Wort zum Sonntag. Bis es soweit kam, passierte viel in Schamonis Leben. Darüber berichtet er in dem Buch Dorfpunks. Ein Leben, das weniger an Sonntag sondern an Freitag Abend erinnert: Durchzechte Nächte, Rock, Alkohol, Blut und eben Punk. Schamoni schildert sein Weg, wie er zum Punk gefunden hat, besser gesagt: Der Punk hat ihn gefunden. Der überschwappte Ende der Siebziger die ganze Republik und kam sogar im verschlafene Örtchen Schmalenstedt vorbei, die Heimat von Roddy Dangerblood - Rocko Schamonis alter Ego. Inmitten von Kühen und Dorf-Romantik versuchte er die Jugendkultur zu ergründen, ein Teil davon zu werden. Das ist nicht einfach und bringt große Probleme mit sich: Intolerante Dorf-Raufbolde, gewalttätige Großstadt-Rocker, englische Skinheads und der komplizierte Vorgang des Erwachsen werden. Rocko Schamoni wäre nicht Rocko Schamoni, wenn er es nicht schaffen würde, die damit verbundenen Geschichten unterhaltsam zu erzählen: mal lustig, mal aufregend und öfter selbst ironisch. Gerade das macht das Buch lesenswert. Eine Jugend in der man viel Blödsinn baut und es anschließend nicht bereut, sondern es lustig findet oder sich notfalls dafür rechtfertigt: Wir waren jung und waren Punks. Wenn auch viele Schriftsteller stilistisch anspruchsvoller sind, spricht Schamoni eine ehrliche Sprache, die zu dem Freitag Abend passt, der dauernd zu herrschen scheint. Dominik Hoferer
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