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Conni Lubek: Der Beste zum Schluss
Thursday, 08 September 2011 09:35

Conni Lubek: Der Beste zum Schluss"Das ist doch ein typischer Frauenroman, oder?" "Da ist ein Stofftier auf dem Cover!" "Und ein Pärchen am Strand!" Die Antwort lautet: Mitnichten. Besagtes Stofftier spielt in der Anleitung zum Entlieben-Trilogie eine große Rolle. Sein Name ist Curd Rock – und erstehen konnte man ihn zusammen mit Band 2, Entlieben für Fortgeschrittene. Nun ist der letzte Teil der Saga erschienen.

Angefangen hat alles 2005 mit der Entstehung des Blogs. Daraus wurden zwei Bücher. Die Handlungen des dritten Bandes finden statt, während Hauptfigur Lpunkt (auch genannt "Lchen") am Buch Nr. 2 schreibt.  Angesiedelt ist das Ganze kurz nach ihrer Trennung vom Holländer Dick. Der ist nämlich immer noch verheiratet und Lpunkt ist mit Christian zusammen. Christian ist zwar nicht ihre große Liebe, aber zumindest ihre kleine. Als Christian aber anfängt, ihr immer mehr auf die Nerven zu gehen, schlägt sie vor, gemeinsam nach Sylt zu fahren. Dort möchte sie herausfinden, ob diese Beziehung überhaupt noch Sinn macht.

 

An der Nordsee erscheint ihr dann aber ständig 119 als Gonger. 119 ist der Grund für Anleitung zum Entlieben – mittlerweile nicht mehr ihr Traummann, nach drei lieblosen Jahren, sondern nur noch ihr bester  Freund, der nach Sumatra zieht. Christian fühlt sich dennoch in Konkurrenz mit ihm. Lpunkt realisiert, dass sie Christian nicht verlieren möchte, und beschließt, mit ihm zusammenzuziehen.

 

Doch kaum ist der Umzug absolviert, mietet Lpunkt sich doch wieder ihre alte Wohnung in St. Pauli an. Dort arbeitet sie erst noch an ihrem Buch, doch dann steht auf einmal Dick vor der Tür. Er hat sich scheiden lassen und möchte wieder mit Lpunkt leben. Das tun sie dann auch – es entsteht ein wahnwitziges Doppelleben. Lpunkt ist hin- und hergerissen zwischen ihren beiden Männern und Wohnungen.

 

Die Idee zur Zweitwohnung klingt sehr nach Sex and the City und Carrie Bradeshaw. Das ist der Autorin Conni Lubek auch klar, so sehr wirft sie mit Filmzitaten um sich. Doch die haben herzlich wenig mit Frauenklischeefilmen zu tun, ihre Philosophie zieht sie eher aus Vier Hochzeiten und ein Todesfall. Conni Lubek scheut nicht vor unschönen Beschreibungen, vor Erzählungen vom Nasenbluten und den Macken des weiblichen Körpers. Auch werden Sexszenen und Drogenkonsum herrlich unverklärt beschrieben.

 

Was sehr schade ist: Curd Rock erscheint nur in einer Fotostory, nicht wie bisher in vielen einzelnen Episoden. Der Grund liegt zwar auf der Hand, doch das war in den Vorgängern definitiv lustiger. Auch fehlt die beste Freundin Wpunkt gänzlich, einzige Bezugsperson außerhalb des Universums 119-Dick-Christian ist für Lpunkt ihre Schwester. Generell ist Lpunkts Entscheidungsunfähigkeit über die ganzen 384 Seiten hinweg bemerkenswert – in einem Moment erhält sie ein göttliches Zeichen und fühlt sich Dick zugehörig, im nächsten dank einer guten Fee zu Christian hingezogen. Das ist unfassbar komisch und lädt zum Mitfiebern ein. Leider geht ihr erst auf Seite 288 das Lichtlein auf: Einfach gar keinen der beiden nehmen. Also, für welche Möglichkeit wird sie sich letztlich entscheiden? Simone Bauer

 

Conni Lubek: Der Beste zum Schluss
Erschienen im Ullstein Verlag (12.08.2011)




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