| Mark Werner: Knautschzone |
| Monday, 12 September 2011 22:53 | |||
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Nun könnte man sagen – sein Zweitling Knautschzone ist weniger genial. Das wäre aber fies. Denn tatsächlich ist Knautschzone ein feiner Zeitvertreib, der den Kopf freimacht und herrlich sinnlos ist. Wobei es eigentlich um ein ernstzunehmendes Beziehungsthema geht: Alexa verkündet ihrem Freund Henny, dass sie schwanger sei. Henny Hinkelberch ergreift daraufhin die Flucht.
Er will wegrennen – vor dem Baby und der Verantwortung, hin zum nächsten Flug nach Los Angeles. Denn Henny hat einen großen Traum: Er möchte ein Rockstar werden! Die Realität sieht allerdings so aus, dass er der Drummer der Coverband YoYo Men ist. Noch dazu ist er „ein 31jähriger Verwaltungsfachangestellt, der sich zum Affen macht“. So seine gelungene Selbstreflexion. Anstatt die U2 und AC/DC Coverband zu parodieren, nimmt Mark Werner seine Charaktere nicht auf die Schippe. Im Gegenteil: Henny schreibt auch eigenes Material und meint sich durchaus zum Rockstar berufen. Das sehen seine Bandkollegen aber anders, wie wir durch Rückblenden erfahren. Die nehmen lieber U2 und AC/DC zum Vorbild und Henny beschäftigt sich ebenfalls sehr leidenschaftlich damit, wenn er auch lieber seine eigenen Songs spielen würde. So erscheinen ihm später auch Bono und Angus Young im Traum (Phil Collins nicht, den kann er nicht leiden), nur eben mit verkehrter Rollenverteilung und verqueren Vorschlägen.
Bessere Vorschläge bekommt er da von Natali, der er am Flughafen ins Auto läuft. Natali Busse versucht gerade Abstand zu ihrer Beziehung zu bekommen – und hat gleichzeitig ein dickes Problem: Ihre schwere Allergie gegen alles und jeden. Geplagt von Niesanfällen, brennt eine Sicherung bei ihr durch. Und so landen Henny und sie in Köln. In einer siffigen Kneipe analysieren sie also Hennys Leben im beschaulichen Lichtenberg. Und ob es wohl so ist, dass Alexa von Hennys Bandkollegen Philipp schwanger ist. Achtung, Spoiler: Es kommt anders, als man denkt!
Knautschzone ist keine Abrechnung mit dem Spießertum des Dorfes, so wie Rottenegg es ist. Es ist auch keine Veräppelung, wie das der Film Männerherzen mit dem Schlager tut. Es ist eine Mischung von allem. Einige weise und lustige Sätze mixen sich mit etwas peinlichem oder albernem Humor. Tiefer gehen nur die Szenen mit Opa Hinkelberch, doch Mark Werner sorgt schnell dafür, dass selbst die dramatische Beerdigung zum Slapstick verkommt. Kann man durchweg lustig finden. Oder eben nur stellenweise.
Mark Werner: Knautschzone
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