| Kim Frank: 27 (Junge Erwachsene) |
| Thursday, 15 September 2011 14:15 | |||
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Wir steigen ein ins Leben des 18jährigen Mikas, wie er gerade einen Herzanfall hat. Zweimal bleibt sein Herz kurz stehen und er beschließt im Angesicht des vermeidlichen Todes, sich irgendwie unsterblich zu machen. Immerhin ist er der Meinung, mit 27 zu sterben. Alles deutet darauf hin, diese Zahl verfolgt ihn nämlich. Diese Vorhersehung bekräftigt sich, als er im Zimmer seines an Aids verstorbenen Onkels eine Kiste findet. Sein Onkel war Journalist und hat alles über Musiker gesammelt, die im Alter von 27 das zeitliche gesegnet haben. Ein weiterer Schock ist für ihn der Verlust seines besten und einzigen Freundes Lennart. Mika verliert sich in der Plattensammlung seines Onkels. Hier ist es ein bisschen erstaunlich, dass ein Junge, der noch nie auf einen Livekonzert war und vor der ersten Begegnung mit den Alben seines Onkels keine Ahnung von Musik hatte, dennoch sehr professionell jeden einzelnen Takt beschreiben kann. Hier kommt einfach der Musiker Kim Frank durch. Dieses Wissen schlägt auch an, als Mika ein Praktikum bei einem Plattenstudio bekommt. Dieses verschafft ihn seine alleinerziehenden Chirurgenmutter. Der Chef des Studios, Josh Goldmann, verfrachtet Mika zu einer namenlosen Rockband. Durch Zufall findet der Gitarrist Viktor heraus, dass Mikas Gedichte perfekt zu den Songs passen. Mika wird plötzlich Sänger und Gesicht der Band, die den Namen Fears bekommt. Nach ihrem ersten Konzert in Berlin verliert Mika seine Jungfräulichkeit an die Musikjournalistin Jolie. Dann der Zeitsprung – Mika, Stimme seiner Generation, ist jetzt fast 27. Jeden Morgen erwacht er in einem anderen Hotelzimmer, auf einem anderen Trip. Er lebt das „Ich bin ein Rockstar, der nur von allen benutzt wird“-Klischee in vollen Zügen aus. Wenn man das denn „leben“ nennen kann. Sein skandalträchtiges Leben kann nur die Pariserin Clara erhellen. In diese verliebt er sich unsterblich. Gleichzeitig geht das Leben voller Drogen und Sex weiter. Warum müssen Rockstars nur immer so verdammt desillusioniert sein? Sind Partys, die EMAs und Konzerte wirklich so schlimm? Für Mika: Ja. Latent sexistisch wird’s, als Mika kein Nein mehr akzeptiert („‚Ich will ja, aber ich kann nicht.‘ … Ich darf einfach nicht aufhören.“) Kim Frank erzählt schnell, fast schon zu schnell. Viele Dialoge sind komisch, manche gleiten dann aber zu sehr in „Männergeschwaffel“ ab („Ich sag euch, Leute, die Pussys werden nur so triefen vor Freude.“). Am Schluss verliert man jeden Bezug zu Mika. Fast so, wie er zu sich selbst.
Kim Frank: 27 (Junge Erwachsene)
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