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Hilmar Bender und Thees Uhlmann: München
Sunday, 22 July 2007 00:48
Der Typ, der üben den Typen ein Tourtagebuch geschrieben, der ein Tourtagebuch über Tocotronic geschrieben hat.Rotlicht, Wein und Prosecco sorgen für die nötige Atmosphäre, Thees Uhlmann für die Unterhaltung. Das kleine, in rotes Licht getünchte Muffatcafé in München ist restlos gefüllt, man steht sich regelrecht gegenseitig auf den Füßen. Hilmar Bender, Freund und Merchandiser der Band Tomte, hat sein Buch Die Schönheit der Chance mitgebracht. Thees Aufgabe des Abends liegt darin, Hilmars gelesene Texte musikalisch zu untermalen und im Falle einer inhaltlichen Unklarheit einzugreifen.

 

 

Also gibt´s ein literarisches Medley der Bandgeschichte von 1995 bis heute auf die Ohren, darunter doch ein paar sehr intensive gemeinsame Jahre seit der Gründung des Grandhotel Van Cleef. Bender erzählt, wie jemand erzählen muss, der Tag und Nacht mit Tomte unterwegs war. Von Mutter Uhlmann, die auf einer obercoolen Aftershow-Party selbstgebackende Plätzchen verteilt. Oder von seiner Tochter, die Thees drangsaliert seit die sieben ist, dafür aber Franz Ferdinand treffen darf. So ist das, wenn man ein Freund der Familie ist. Der Tomte-Familie. Man ist dabei, wenn Oi!-Skins beim Tomte-Konzert in der ersten Reihe stehen. Man kennt den Hund von Platte drei persönlich.

Wieviel Spaß Hilmar & Thees die letzten Jahre miteinander hatten, geht nicht an den Besuchern vorüber. Soll es aber auch nicht, dafür ist Thees ja mit auf Tour gegangen. Und es gelingt. Während der väterliche Ur-Punk Bender konzentriert aus seinem Buch liest, überlegt sich Uhlmann die Top 5 der abgefahrensten Konzertbesucher, Zootiere und Backstage-Erlebnisse. Dazu Tomte-Songs unplugged aus sämtlichen Epochen.

Das ist die wahre Schönheit der Chance: Wenn ein Mann ein Tourtagebuch über den Mann schreibt, der das Tourtagebuch von Tocotronic geschrieben hat, und dieser damit drei Stunden am Stück die Massen bewegen kann. Beiden merkt man bis zum Schluss an: Es ist die Leidenschaft, die treibt. So soll es sein. Nina-Carissima Schönrock und Dominik Hoferer




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