Die Hochkultur der Subkultur.
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Edge in der Filmkritik
Tuesday, 07 September 2010 18:17

No Sex, no Drugs, just Rock'n'Roll: X-EdgeStraight-Edge ist eine Jugendkultur, die sich durch ihre Radikalität permanent dem Mainstream entziehen konnte und unter jeglicher Trendwelle durchgetaucht ist. Die Dokumentation Edge - Perspectives On Drug Free Culture erklärt, was die Subkultur ausmacht. Die Autoren lassen wichtige Vertreter und Vordenker der Szene wie Ian MacKaye von Minor Threat und Karl Buechner von Earth Crisis zu Wort kommen.

 

Das sechzehnte Lebensjahr scheint ein sehr wichtiges zu sein, für die Anhänger der Straight-Edge-Kultur. Denn nicht nur zur Beginn zeigt der Film einen fünfzehnjährigen Jungen, der sich dem Hardcore-Punk-Ableger verschrieben hat. Auch prominente Vertreter, die später von ihren Erfahrungen in der Szene berichten, haben meist mit 15 Jahren den Einstieg in die Kultur gefunden, deren Anhänger auf Drogenkonsum, Fleischkonsum, ja auf den Konsum im Allgemeinen verzichten.

Die Dokumentation Edge - Perspectives On Drug Free Culture malt wortwörtlich auf ein weißes Blatt Papier, welche Werte für die Szene wichtig sind, wie die Jugendkultur zustande gekommen ist und was sie im Inneren zusammen hält. Daher ist die Doku für "unbeschriebene Blätter" sehr interessant, wer tief in der Szene drin steckt, wird relativ wenig neues erfahren. Dennoch sind die Interviews sehenswert:

Ian MacKaye von Minor Threat sowie Fugazi, Karl Buechner von Earth Crisis und Ray Cappo von Youth of Today sowie Shelter berichten von ihren Einstiegen und Erfahrungen in der Szene und zeigen, was hinter dem X auf dem Handrücken steckt. Denn das ist deutlich mehr als eine "No Sex, No Drugs, just Rock'n'Roll"-Mentalität.

Einblendungen von Wikipedia-Einträgen umrahmen die einzelnen Interviews und wollen dem Film dadurch etwas Struktur verleihen. Zwar kommt das Abfilmen von PC-Screens oder Büchern etwas billig daher, verdeutlich aber auch die DIY-Mentalität, die in dieser Szene sehr stark ausgeprägt ist.

Alte Konzertaufnahmen bekannter Vertreter findet man kaum, es geht in der Dokumentation weniger um die Musik, sondern viel mehr um die Köpfe der Szene und um das, was in diesen Köpfen steckt. Menschen, die sich nicht intensiv mit der X-Edge-Kultur befasst haben, erfahren durch Edge - Perspectives On Drug Free Culture viel über die Subkultur und erhalten tiefe Einblicke in die Szene - auch wenn man älter als 15 Jahre ist. Dominik Hoferer

Anschauen: Der Trailer in englisch

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