| Männertrip in der Kritik |
| Sunday, 19 September 2010 13:57 | |||
Singende Schauspieler braucht die Welt eigentlich ebenso wenig wie singende Fische an den Wohnzimmerwänden. Und doch schaffen es manche, einen mit ihrem neuen Schaffenszweig mehr zu überzeugen als die langjährige Lieblingsband mit ihrer neuen Platte. So geschehen bei Russell Brand, Hauptdarsteller des Film Männertrip, fiktiver Skandalrocker aus Leidenschaft und Frontmann der Band Infant Sorrow. Für extrovertierte und versponnene Auftritte ist Katy Perrys Verlobter längst außerhalb der Grenzen Großbritanniens bekannt. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis auch ein entsprechendes Drehbuch für Brand geschrieben wurde. Mit einer Rolle, so quertreibend, aufmüpfig und doch auch lustig wie er selbst: Die Rolle des Rockstars Aldous Snow. Schon in der Komödie Nie wieder Sex mit der Ex hatte die Figur - ebenfalls gespielt von Russel Brand - einen Auftritt als neuer Lover der weiblichen Hauptrolle. Doch er hat mehr zu bieten, als nur eine kleine Nebenrolle, daher wurde Männertrip quasi zum Spin-Off, deren Geschichte folgendermaßen abläuft: In den 2000er Jahren Sexsymbol und Sänger einer der einflussreichsten Rockbands des Jahrzehnts, soll Snow sich zehn Jahre nach seinem bisher legendärsten Konzertauftritt wieder mit seiner Band auf die Bühne stellen, um einem habgierigen Label zu Reichtum zu verhelfen. Ein Gig im Greek Theatre in Los Angeles soll Band und Plattenboss den Ruhm vergangener Zeiten zurückbringen - doch dafür müsste der eigenwillige Kopf der Infant Sorrow sich erst einmal von London nach L.A. begeben. Verraten sei schon vorneweg: Das Konzert steigt, doch der Weg dahin wird lang. Aldous Snow ist der klassische Typ Rockstar, der seine Kreativität aus selbstinitiierten Depressionen schöpft und der Aufmerksamkeit durch fremde Menschen nicht müde wird. Ihn kann niemand zügeln, außer seiner Ex-Freundin Jackie Q. - und ausgerechnet die poppt lieber mit Lars Ulrich von Metallica. Also muss der Sänger damit klar kommen, dass seine größte Vertrauensperson auf dem Weg zu erneutem Erfolg ein Praktikant des Plattenlabels ist, für den es erst nicht schöneres, dann nicht schlimmeres auf der Welt gibt, als Zeit mit Aldous Snow zu verbringen. Viele Drogenräusche, Sex-Orgien und Herzschmerz-Szenen später soll es dann auch tatsächlich soweit sein: Der Rocker hat seine Bühne wieder, der Praktikant behält seinen Job und die Welt, die von Aldous Snow eigentlich schon längt die Nase voll haben müsste, freut sich über einen der brilliantesten Film-Soundtracks aller Zeiten. Geschrieben unter anderem von Jarvis Coker und Ex-Libertine Carl Barat, eingesungen und performt aber tatsächlich von Russell Brand alias Aldous Snow und seiner Band Infant Sorrow. Dieser Streifen ist mehr Musik als Film und schon gar kein Highschool-Streifen. Platte Gags halten sich die Waage mit tiefgreifenden Wortwitzen, unglaublich dreckigen Song-Lyrics, galant versteckten Zitaten der Rockwelt, knallharten Fakten und der schier erschreckenden Überzeugungskraft einer Band, die es eigentlich gar nicht gibt. Empfehlenswert für jeden, der sich selbst genug Musikwissen zutraut, das Risiko eines ganzen Kinosaals einzugehen, in dem er wahrscheinlich der einzige sein wird, der tatsächlich alle Pointen findet und versteht. Nina-Carissima Schönrock (2010) Russell Brand ("Nie wieder Sex mit der Ex") ist Aldous Snow Jonah Hill ("Nie wieder Sex mit der Ex") ist Aaron Green Rose Byrne ("28 Weeks Later") ist Jackie Q. Sean Combs alias P. Diddy ist Sergio Roma Elisabeth Moss ("Mad Men") ist Daphne Brinks Regie: Nicholas Stoller Drehbuch: Jason Segel und Nicholas Stoller
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Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
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diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
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Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...