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Brautalarm in der Filmkritik
Monday, 11 July 2011 07:57

Brautalarm in der FilmkritikAls Bridesmaids vor einigen Wochen in den USA anlief, wurde eine Begeisterungswelle entfacht, die hoch schlug und hierzulande die örtliche Presse ihre Sätze vorfertigen ließ: „Es ist wie Hangover, nur mit Weibern!“ Dass Brautalarm, wie die kluge, deutsche Betitelung lautet, das aber keineswegs ist, und der Jubelsturm auf Twitter & Co durchaus gerechtfertigt ist, davon kann man sich ab dieser Woche auch in Deutschland überzeugen.

Die Geschichte beginnt mit Annie und ihrer besten Freundin Lillian. Annie befindet sich in einer frustrierenden Friends-with-benefits-Beziehung, musste ihre eigene Bäckerei „Cake Baby“ schließen und arbeitet stattdessen nun in einem Juwelierladen, wohnt mit einem Briten und dessen Schwester zusammen und auch sonst geht alles schief. Bestes Indiz dafür: Lillian verkündet ihre Verlobung mit Doug. Annie soll ihre erste Brautjungfer werden, doch wie es in Amerika schöne Tradition ist, bleibt sie mit dieser Stellung nicht alleine.

Zum Team „Bridesmaids“ gehört nämlich auch Helen, die sich als Lillians neue beste Freundin provoziert, sowie Dougs Schwester Megan, die raubeinig ist, aber viel Herz hat, und die bei der Regierung arbeitet. Neben diesen vier Hauptprotagonistinnen wirken die anderen beiden – die von ihren Kindern genervte Rita und die frischverheiratete Becca - leider etwas blass und unausgearbeitet, doch auch mit ihnen kommt man Gelächtertechnisch voll auf seine Kosten.

Schrittweise werden amerikanische Traditionen abgearbeitet – von der Kleidanprobe zum Junggesellinnenabschied bis hin zur „Bride Shower“. Leider gehen sie alle nach einander schief – bei letzterer brilliert Annie, als sie wegen Helen, die sie zuvor ständig sabotiert und um Lillians Freundschaft buhlt, komplett ausflippt und die Party zerstört. Einziger Lichtblick in Annies Leben: Polizist Rhodes, der charmant in ihrem Leben auftaucht – und dem sie trotzdem das Herz bricht.

Natürlich landet Annie nach dem großen Streit, dem Verlust ihres Jobs (als sie einen Teenager, der ein „Best Friends Forever“-Kettchen kaufen möchte, als „kleine Nutte“ beschimpft) und ihrer Wohnung sowie der missglückten Versöhnung mit Rhodes doch noch auf Lillians Hochzeit – der Auftritt der schillernden 90s Band Wilson Phillips wird hier zu einem kleinen Highlight und zum Fest der Freundschaft der beiden Frauen.

Die Hauptrollen sind überwiegend mit für uns unbekannten Gesichtern besetzt, beispielsweise wird Annie von Kristen Wiig gespielt, die auch das Drehbuch schrieb. Für Helen konnte man allerdings Rose Bryne gewinnen – ja, das ist Jackie Q aus Männertrip! Melissa McCarthy von den Gilmore Girls, dort immer zart geschminkt und richtig süß, lässt es ordentlich krachen und kann herrlich ordinär sein. In Nebenrollen glänzen Matt Lucas von Little Britain und Matt Bennett von Victorious. Nicht zu vergessen: Der fabelhafte Chris O’Dowd, bekannt aus der britischen Serie The IT Crowd, in seiner nächsten großen Hollywoodrolle nach Gulliver’s Reisen. Auf das wir ihn hoffentlich bald noch öfter im Kino sehen! Vor allem in so genialen Komödien! Simone Bauer

 

(2011)

 

Kristen Wiig („Saturday Night Live“) ist Annie
Maya Rudolph („Saturday Night Live“) ist Lillian
Rose Bryne („Männertrip“) ist Helen
Melissa McCarthy („Gilmore Girls“) ist Megan
Chris O’Dowd („The IT Crowd“) ist Rhodes

Regie: Paul Feig
Drehbuch: Kristen Wiig, Annie Mumolo

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