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Zugegeben, für Außenstehende klingt das Konzept von Glee ein wenig wie Folter: Eine Reihe amerikanischer High-School-Stereotypen (der dümmliche Footballer, der tuckige Homosexuelle, die schüchterne Gothicbraut, die überspannte Primadonna, etc.) und Musicals. Bei letzteren denkt man automatisch an Grease, an Les Miserables. Ja, tatsächlich, diese Songs spielen in dieser Serie eine Rolle. Doch hauptsächlich werden bei Glee Songs von höchster popkultureller Relevanz gesungen.
Der Konzertfilm in 3D beginnt aber zuerst einmal mit einem alten Rockklassiker, der durch Glee neues Leben eingehaucht bekommen hat: Don’t Stop Believing von Journey wird frenetisch vom Publikum bekreischt. Die Tour zur Fernsehserie war in vier Ländern ausverkauft. Die Halle ist riesig, die Fans – alle in Fanshirts, gekauft oder selbstgemacht, mit viel Farbe im Gesicht – flippen aus, die Bühne ist groß, mit Liveband und LEDs, die Tanzschritte sitzen.
Doch als drei Schicksale junger Glee-Fans anfangen, eine Rolle in diesem Film zu spielen, wird dem Seriengegner schließlich doch klar, dass es eben nicht um Stereotypen geht. Dass es zwar auch die coolen Kids gibt, die Sportler und Cheerleader, doch dass auch diese Außenseiter sind wie der Rest der Gang. Dass sie durch ihre Andersartigkeit auffallen und polarisieren. Eines der Schicksale ist beispielsweise ein Mädchen mit Asberger Syndrom, dass nur durch Glee anfangen konnte, sich gut mit sich selbst zu fühlen.
Das Gefühl der Zusammengehörigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch den Film. Es gibt kleine Backstageeinblendungen und Episoden der Charaktere – diese dienen als Ersatz der Liveclips von Coach Sylvester und William Schuster, die bei der Tour gezeigt wurden, aber im Film gänzlich fehlen. Spätestens beim Original Song Loser Like Me am Ende des Films ist klar, dass der Film eine Feierlichkeit der Underdogs ist – und dass Glee all diesen Menschen zu einem besseren Leben verholfen hat.
Bis dahin stehen aber weiterhin die Coversongs im Mittelpunkt. Sing! von My Chemical Romance etwa, das in seiner Intensität einem Gänsehaut über die Arme jagen lässt. Bei Queens Fat Bottomed Girls greifen die Jungs selbst zu den Instrumenten und rocken los. Bei Firework von Katy Perry – gesungen von Lea Michele – erleben wir ein Feuerwerk in 3D. Was dem Film ebenfalls sehr gut tut: Der Originalton. Der 3D-Effekt kommt übrigens erst dann zum vollen Einsatz, wenn alle auf einmal auf der Bühne stehen. Hier zeichnet sich vor allem Harry Shum Jr. als Mike Chang aus, der schon mit Step Up 3D als Tänzer brilliert hat. Heather Morris als Brittany S. Pierce legt ebenfalls tänzerisch voll los und präsentiert ein wesentlich bessere Performance von I’m A Slave For You als Britney Spears es jemals tat – wenn auch vielleicht nicht stimmlich.
Kurz vor Schluss dann Lady Gagas Born This Way. Und ja, viele werden keinen Zugang zu einer Popwelt finden, in der die Charaktere überzeichnet sind. Doch die Geschehnisse der Serie – wie Quinns Schwangerschaft, beispielsweise – spielen im Film keine Rolle. Was zählt, sind die Musik – und dass die vielfältigen Songs so wahnsinnig viele Menschen berühren können. Simone Bauer
(2011)
Chris Colfer („Glee“) ist Kurt Hummel Cory Monteith („Plötzlich Star“) ist Finn Hudson Lea Michele („Glee“) ist Rachel Berry Dianna Agron („Ich bin Nummer 4“) ist Quinn Fabray
Regie: Kevin Tancharoen Produktion: Ryan Murphy
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Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
Noch was zum Thema: http://likeitis93.blogspot.de/2012/03/save-olli-schulz.html
diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...