| Shut Up and Sing in der Filmkritik |
| Saturday, 04 August 2007 12:49 | |||
Superlative, so weit die Zahlen reichten: Weibliche Band mit den höchsten Verkaufszahlen der Musikgeschichte, sprich 30 Millionen CDs. Das Debütalbum stieg als meistverkaufte Platte der Countrybranche ein und fand sich unter den Top-100 der meistverkauften Alben aller Zeiten wieder. Über 50 wichtige Musikpreise wurden abgeräumt, darunter sieben Grammys. Die Welt der texanischen Country-Darlings The Dixie Chicks war heil.
So heil, dass Emily Robinson, Martie Maguire und Natalie Maines in der Tradition vieler Musikgrößen von Aretha Franklin bis Witney Huston sogar die Hymne beim Superbowl singen durften. Amerikanischer geht's nicht, und die USA lagen ihnen zu Füßen. Bis, ja bis zu jenem schicksalhaften Konzert in London im Frühjahr 2003, als sich Sängerin Natalie zu einem Kommentar hinreißen ließ, der ihre Welt und ihre Karriere entscheidend verändern sollte: „I´m ashamed that the President of the United States is from Texas." Peng. Maines ahnte ja nicht, welche Lawine sie da mit ihren hübschen Westernstiefelchen losgetreten hatte.
Die Welle der Empörung, die sich in Form von Radioverboten und Morddrohungen über den Dixie Chicks brach, ließ auch Regisseurin Barbara Kopple aufhorchen. Dieser Ungehorsam machte sie neugierig und sie begleitete die gefallenen Engel über drei Jahre hinweg mit der Kamera. Das Ergebnis ist der Dokumentarfilm „Shut up & Sing".
Kopple durfte die Musikerinnen überall hin begleiten, ins Studio, in die Garderoben, auf Konzerte und sogar in den Kreißsaal. Der Zuschauer kann die Krisensitzungen nach Maines verbaler Entgleisung ebenso mitverfolgen, wie den Prozess des Songschreibens oder ein gemeinsames Familienessen. Gleichzeitig wird ein Bild der amerikanischen Gesellschaft gezeichnet, das erschreckender nicht sein könnte: Massen von hysterischen Menschen verbrennen Platten der Dixie Chicks, in Radiosendern werden sie dazu aufgerufen, die CDs mit Bulldozern platt zu fahren. Vor den Konzerthallen werden Banner mit übelsten Beleidigungen und Drohungen aufgehängt, fast jede Radiostation boykottiert die Songs. Eine ganze Nation bestraft öffentliche Meinungsfreiheit mit kaltem Liebesentzug.
Dennoch, und das ist das Sympathische an „Shut up & Sing", werden die Musikerinnen keineswegs als Märtyrerinnen dargestellt. Streckenweise geben sie sich sogar überraschend unpolitisch, sind mehr an ihrem Nachwuchs interessiert, den sie noch bis kurz vor den Auftritt mit sich herumtragen. Und versuchen, wer möge es ihnen verdenken, die negative Publicity in provokanten Foto-Shootings als „Saddam's Angels" für sich zu nutzen. Denn ihr Anliegen ist sehr einfach: auf der Bühne sagen zu dürfen, was sie wollen. Und wenn das Lebensgefahr bedeutet, ist etwas faul im Staate Amerika, bei dem sie nicht mitmachen möchten. Besser eine ehrliche Studiomusikerin als ein gekaufter Star. Eine mutige Entscheidung in der zum Teil doch sehr zynischen Musikbranche.
„Für uns ist dieser Film die Geschichte von drei Künstlerinnen, Mütter und Bürgerinnen, die sich nicht den Mund verbieten ließen. Ihr Zugeständnis an ihre Rollen als Mutter, ihre Bestimmtheit, sich ehrlich in ihrer Musik ausdrücken zu wollen und der unerschütterliche freundschaftliche Bund zwischen ihnen ist genauso so essentiell wie ihre Opposition gegen den Krieg", schwärmte die zweifache Oscar-Gewinnerin (Dokumentarfilm) Kopple von den Dixie Chicks. Mit „Shut up & Sing" ist ihr eine tief schürfende Musik-Doku gelungen, aber vor allem das Porträt dreier starker Frauen zwischen Banjo, Babys und George Bush. (Petra Schönhöfer)
Filmstart: 09.08.07
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diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
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