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American Apparel: 7 Gründe gegen das Label
Friday, 11 March 2011 10:21

American ApparelAmerican Apparel ist die Anlaufstelle für jeden Hipster, der sich mal richtig in Schale schmeißen will. Die Werbung des Labels zeigt schicke, durchgestylte Menschen, die ein sexy Image vermitteln sollen - doch der Schein trügt. Das alles ist eine Fassade, hinter der sich schmutzige Geschichten verbergen.

Der Gründer Dov Charney wurde von einer Dame jetzt wegen sexuellen Missbrauchs verklagt. Egal, ob an dem Vorwurf was dran ist oder nicht: American Apparel ist zur Styler-Uniform geworden, die viel zu selten hinterfragt wird. Hier sind sieben Gründe gegen American Apparel.

 

 

 

1. Gründer Dov Charney steht unter Verdacht des sexuellen Missbrauchs

Der Chef des Hauses ist ziemlich umstritten. Es geistern schon länger Vorwürfe von sexuellen Anspielungen gegenüber Mitarbeiterinnen durch die Nachrichten. Doch nun wurde er von einer ehemaligen Angestellten angeklagt. Charney soll die Dame 2008 zu sexuellen Handlungen gezwungen und sie danach stundenlang in einem Apartment festgehalten haben.

2. Uniform

Die Klamotten sind zur Uniform geworden. Wer auf den hipsten Partys nicht mit den bunten Klamotten von American Apparel unterwegs ist, kommt sich schon mal einsam vor. Aber wo ist die Kreativität der Menschen hin? Die kommt letztlich von der Stange - wirklich einfallsreich ist das für echte Hipster nicht, die doch so individuell sein wollen.

3. Terry Richardsons Werk in Stücke zerrissen

Die Plakate von American Apparel sind provokant, für manche wirken sie sexistisch. Kein Wunder, denn viele der Aufnahmen stammen von Terry Richardson, der ganz Bildbände voll von nackten Menschen zeigt. Was im Gesamtwerk funktioniert, ist im Detail einfach nur daneben. Denn während in Richardsons Terryworld die Provokation darin liegt, dass er alle Bevölkerungsschichten in schonungslosen Posen darstellt, verzerrt es das Bild, wenn nur hübsche, junge, androgyne Menschen fotografiert werden.

4. Job-Casting vs. Assessment Center

Die Einstellungsgespräche für einen Verkäufer haben Züge eines Assessment Centers, nur dass American Apparel es Job Casting nennt. Die Angestellten werden schon fast wie Banker auseinander genommen: Keine Piercings, keine Tattoos, keine Randgruppen. Von allen Bewerbern werden Fotos geschossen - wer optisch nicht in das Bild der Firma passt, kann wieder gehen - eine härtere Türe als im Münchner P1.

5. Gar nicht so öko

American Apparel behauptet, ökologisch und ethisch saubere Textilien zu verkaufen. Viele werfen dem Unternehmen vor, dass es - abgesehen von einer kleinen Organic-Cotton-Linie  - keinerlei Angaben zur Herkunft der Baumwolle machen soll. Auch die Bedingungen, unter denen die Stoffe gewebt werden, soll die Firma anscheinend verschweigen.

6. Falsche Gehaltsversprechen

American Apparel wirbt damit, relativ hohe Gehälter zu zahlen. In Wahrheit hält sich das aber in Grenzen: In Deutschland sollen Mitarbeiter laut jetzt.de 8,50 erhalten - das ist in etwa das, was H&M, Zara & Co. auch hinlegen.

7. (Anti-)Kapitalistisch

American Apparel gibt sich als antikapitalistischen Retter der Welt. Doch die Filmemacherin Amie Williams deckte in No Sweat auf, dass Dov Charney ein gewerkschaftsfeindlicher, cholerischer Geschäftsführer ist, der seinen Arbeiter mit Fabrikschließung drohte, falls sie sich organisieren würden.

 

Wie dem auch sein, laut Medienberichten hat der American-Apparel-Spuk sowieso bald ein Ende: Die Firma ist anscheinend pleite.

 





Mato 2011-03-12 05:50:11

Genialer Beitrag und journalistisch unabhängig. Thumps Up!
simmerl 2011-03-14 03:35:16

Man fragt sich nur, wer hier etwas gegen dieses Label hat. Weil mit Musik hat
das nun nicht zu tun...und schimpfen könnte man berechtigterweise sicher über
viele Sachen...HundM und co sind sicher nicht besser..
Mela 2011-03-15 12:26:12

Sorry Simmerl, aber mit Musik hat das meiner Meinung nach schon was zu tun. Hier
gehts um die ganze Hipster-Scheiße, dass jeder meint, er muss ein goldenes
Joggingstirnband tragen. Wenn ich samstags feiern gehe, stehen die überall und
füllen Läden auf, in denen ich solche "trendy
Nichtwissenwohinmangehört-Menschen" eigentlich nicht haben will. Und zum
Thema H&M: siehe Nummer 6. Ich finds nett, dass die hier auch mal Brücken
schlagen, die von den üblichen Plattenkritiken etc abweichen. Ehrlich gesagt.
no
freddi 2011-07-15 09:58:04

Am Artikel ist was dran, bis auf den H&M teil, die lassen nämlich sehr wohl
für ein paar Cent in Bangladesch und sonstwo produzieren. Man kann ja nicht das
Gehalt von Verkäufern in Europa mit dem Gehalt der Hersteller vergleichen.
Da
ist wohl ein AA hasser unterwegs gewesen :)
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