| Glastonbury Festival 2011: Was passiert da eigentlich? |
| Sunday, 26 June 2011 15:22 | |||
Das Glastonbury gilt als eines der größten Rockfestivals Europas. Der Mythos drum herum ist noch etwas größer. Auf einer kleinen Farm im südenglischen Pilton treffen sich jedes Jahr die Stars und Sternchen, um gemeinsam in Gummistiefeln durch den Matsch zu hüpfen. Aber was hat es mit diesem Festival tatsächlich auf sich? Wir werfen einen Blick zurück auf die Feierei in 2011.Seit nun mehr 30 Jahren reisen Musikfans aus aller Welt in die provienzielle Gegend Glastonbury, um die Creme de la Creme der Rock-, Pop- und Hip-Hop-Branche live zu erleben. Enttäuscht wird man normalerweise nicht, wenn die Auswahl an Bühnen und Konzerten ist wirklich gigantisch - auch in diesem Jahr. Mehr als 600 Bands hatten sich von Mittwoch (22. Juni) bis Sonntag (26. Juni) die Mikrophone in die Hand gegeben. Darunter so bedeutende wie gleichermaßen überschätzte Namen wie U2 - gegen die einige Fans sogar protestierten, da Bono&Co ihre 195 Millionen Dollar Jahresgewinn nicht in Irland versteuern - und Beyoncé, verschollen geglaubte Musiker wie Morrissey oder der Wu-Tang Clan und natürlich die Highlights eines jeden Plattenschranks: Coldplay, The Gaslight Anthem, The Chemical Brothers, Bright Eyes, Pulp und The Kills. Wer hier in den Genuß all seiner Lieblingsbands kommen will, muss sich richtig organisieren. Wie das gehen soll? Das wüssten wir selbst nicht. Aber der Timetable des Festivals lässt vermuten, dass Festivalfreunde am besten mit einem eigenen Projektmanager anreisen sollten. Was sagen eigentlich die Bands dazu?Plan B zum Beispiel. Im Observer Magazine plauderte der Sänger (She Said) ganz locker über seinen ersten Besuch beim Glastonbury im Jahr 2000. Seine imposanteste Erinnerung daran: "Eine Stadt auf einem Feld ohne Polizei. Das ist übel. Zwei von uns wollten die ganzen Nacht wach bleiben. Also haben wir uns Pillen eingeschmissen." Die Rocker von Elbow feierten auf dem diesjährigen Glastonbury ihren zwanzigsten Band-Geburtstag - und kamen sich dabei vor wie Hippies. "Du kommst hier an und alle sind glücklich und alles ist super", schwärmt Sänger Guy Garvey gegenüber dem NME und wirft bei uns die Frage auf, ob er vielleicht einfach so viel Zeit mit Plan B verbracht hat. Während die einen zu Hippies werden, versuchen die anderen in große Fußstapfen zu treten: Friendly Fires wollen die neuen Chemical Brothers werden. Um dieses Ziel zu erreichen, hat sich die Band ihre Idole live auf der Bühne angeschaut. Denn von denen könnte man noch was lernen, so Frontmann Edd Gibson gegenüber dem NME: "Ich werde mir ja wohl nicht Coldplay anschauen." Eine ähnliche Trotzreaktion hatten auch Biffy Clyro an den Tag gelegt. Die Schotten wollten sich dem Gummistiefel- und Regenmantel-Mainstream widersetzen und hatten aus Protest (und vermutlich reiner Gewohnheit) mit nacktem Oberkörper die Bühne betreten. Doch die blanke Haut war mehr Statement als Showeinlage, wie Frontmann Simon Neil ziemlich deutlich klar gemacht hatte, als er das Publikum zu folgender Handlung aufrief: "Fickt den Regen, mit einem dicken, fetten Schwanz!" 117.000 Feierwütige und ein Todesfall und zu wenig Dixie-Klos
Was für ein Festival. Und zum Schluss noch ein paar Fakten: Insgesamt waren vorab 117.000 Tickets für den Konzertmarathon verkauft worden. Die Polizei musste während der Feierei 123 aufmüpfige und kriminelle Personen einsperren. Im nächsten Jahr soll das Festival dann leider ausfallen, wie der Organisator Michael Eavis gegenüber Daily Mail bestätigt hat. Offenbar sind durch die Olympischen Spiele in London keine Dixie-Klos verfügbar - und ein Festival dieser Größenordnung ohne Toiletten? Das wäre eine Zumutung. So kurios und lustig diese Klo-Meldung klingt, so tragisch und schockierend ist eine andere, die am Sonntagmorgen einen Schatten über das Glastonbury Festival geworfen hat.
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