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Editors: Aschaffenburg
Sunday, 28 June 2009 18:38

Editors-Sänger Tom SmithEinen ersten Eindruck vom nächsten Album der Editors konnte man sich beim Konzert der vier Briten am Samstag im Aschaffenburger Colos-Saal verschaffen. Sara vom LAXMag war vor Ort.

Vor dem Colos-Saal in der Fußgängerzone von Aschaffenburg sammeln sich schon nachmittags die ersten hartgesottenen Fans, um beim Konzert der Editors ganz vorne dabei zu sein. Die Band aus Birmingham hat sich zwischen zahlreichen Festivalauftritten zu einem seltenen Club-Gig eingefunden, und für diese Gelegenheit sind manche Besucher weit angereist: Es wird Englisch und Holländisch gesprochen, Festivalbändchen aus ganz Europa tummeln sich an den Handgelenken.

Wenig international klingt das, was die lokale Vorband Cloudberry den Zuhörern bietet. Bemüht, aber leider recht eintönig rocken die drei Herren in der üblichen Besetzung Gitarre-Schlagzeug-Bass eine halbe Stunde vor sich hin und lästern zwischen zwei Songs ein wenig über Oasis ab - glücklicherweise auf Deutsch, so dass die Gäste von der Insel wohl nichts verstanden haben dürften.

Um kurz nach zehn ist es dann soweit: Unter dem Jubel der etwa 400 Besucher des ausverkauften Clubs betreten die Editors die Bühne und begrüßen die Menge gleich mit einem neuen Song. Bricks And Mortar heißt er laut Setlist und wird von den Fans, die sichtlich gespannt auf das neue Material sind, dankbar aufgenommen. Mindestens so sehr freut man sich aber über altgediente Hits wie Munich oder Smokers Outside The Hospital Doors, bei denen natürlich inbrünstig mitgesungen wird. Garniert wird das Set von Perlen wie etwa der B-Seite You Are Fading.

Sänger Tom Smith ist vom ersten Moment an mit vollem Einsatz dabei. Er wirbelt über die Bühne, windet sich, wechselt zwischen Gitarre, Klavier und Keyboard und bietet seine Texte mit einer Eindringlichkeit und Gestik dar, der man sich nicht entziehen kann. Auch wenn die Band zwischen den Liedern kaum mit dem Publikum kommuniziert, entsteht durch die Fülle an Emotionen, die hier herüberschwappen, eine starke Verbindung zumindest zwischen dem Frontmann und den Zuhörern.

Auch technisch beweisen die Editors ein weiteres Mal ihre enormen Live-Qualitäten. Jeder Ton sitzt, jeder Moment stimmt, es grenzt schon fast an Perfektion. Manch einer vermisst bei dieser Band die Spontaneität, die Leichtigkeit, vielleicht auch einmal ein Lächeln zwischendurch. Aber dafür lässt diese Musik keinen Platz, sie muss mit dieser Routine und Coolness dargeboten werden, hier muss mit vollster Konzentration ans Werk gegangen werden, nur so entfalten die Songs ihre volle Wirkung - und die lässt den Hörer alles andere als kalt.

Vier neue Songs von ihrer im September erscheinenden Platte präsentieren die vier Herren heute. Die charakteristischen, auf dem letzten Album An End Has A Start fast hymnisch gespielten Gitarren sind teils ganz verschwunden, teils stark reduziert. Stattdessen glänzen die neuen Stücke mit einer Fülle an Keyboard- und Synthie-Sounds. Teils ruhig und sphärisch, teils treibend und fast ekstatisch wie die Zugabe Papillon, deren Intro vielleicht nicht unabsichtlich an die Eurythmics erinnert. Das klingt zunächst ungewohnt und anders als die früheren Werke, fühlt sich aber komischerweise genauso an. Die typische Mischung aus Düsterkeit und Hoffnung ist der Musik erhalten geblieben.

Nach fast 90 Minuten hinterlässt die Band im sehr aufgeheizten Colos-Saal ein sehr verschwitztes Publikum. Nun wird man sich wieder in alle Himmelsrichtungen zerstreuen. Im Ohr vielleicht den Refrain An End Has A Start: "You came on your own, that's how you'll leave. With hope in your hands and air to breathe." Sara Haußleiter


(27.06.09)




Ann 2009-06-29 15:39:07

Ui, schön.
Da wird man ja richtig neidisch...
Katharina 2009-06-29 18:44:22

Klasse! Ich freu mich auf die Tour im Winter! :)
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