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Blur: London
Tuesday, 07 July 2009 21:27

And it really did happen: Blur im Hyde Park 2009London, Hyde Park, 3. Juli 2009. Der Reunion-Gig, den Blur Ende letzten Jahres angekündigt haben, der binnen Stunden ausverkauft war und der nun zum Höhepunkt und Abschluss einer Reunion-Tour wurde. Über ein Konzert von der Größe, über die Auferstehung des Britpops, über einen kollektiven Flashback in die Neunziger kann man nicht objektiv und mit journalistischer Distanz schreiben. Deshalb kommen an dieser Stelle drei Kommentare von Augenzeugen, die mit Karten für diesen Gig gesegnet waren.

 


Es war 1994... So verdammt lang her... Das Alter zieht an uns allen nicht so ganz spurlos vorbei. Und was könnte diese Spuren besser heraufbeschwören als der entsprechende Lebensabschnittssoundtrack? So war der Blur-Auftritt nicht nur ein Revival für diese Britpop-Jungs, Entschuldigung: Britpop-Herren (getragen wird nun sehr energisch Fred Perry!), sondern für jeden Anwesenden wohl ein ganz persönliches Aufleben von schon etwas verschütteten Erinnerungen (und das sogar bei fast jedem Song). Entsprechend emotional ging es dann oft auch zu und so zelebrierten die Massen im Londoner Hyde Park bei bestem Wetter ein Stück Indie-Historie, deren Teil jeder Einzelne stolz behaupten konnte zu sein. Das wir das noch erleben dürften, herzlichen Dank! Mirjam Miethe

 

"There's no other way, all that you can do is watch them play..." Im Grunde gibt es keinen adäquateren Satz das Blur-Konzert im Hyde Park am 3. Juli zu beschreiben. Es war zwar nicht der eine, exklusive Reunion Gig, der uns versprochen wurde, aber man durfte eine Band bestaunen, die nicht gerade den Eindruck hinterließ, als hätte sie neun Jahre lang pausiert. Von der Eröffnung mit She's so high über Damon Albarns wässrige Augen bei To the End bis zum großartigen Ende mit The Universal fühlte man sich fast schon so, als hätte es eine Trennung nie gegeben. Mein Lied des Sommers und persönliches Highlight des Konzerts ist seither ein Song, dem ich bisher nicht sonderlich viel Beachtung geschenkt habe: Tender. Das Lied erklang nicht nur während, sondern auch noch nach dem Gig auf dem Weg zur U-Bahn - getragen von 50.000 Stimmen - und wird für viele Anwesenden noch viel länger nachklingen bei jedem Gedanken an diesen Abend. Es war alles wie es sein musste, so wie früher, gigantisch. Karina Stiller

 

Vom ersten Moment, als wir bei strahlend blauem Südseehimmel den Hyde Park betraten, war klar: Hier passiert heut was ganz Großes. Mit jedem Support-Act stieg die Stimmung ins Unermessliche, denn das sehnsüchtig erwartete Reunion-Konzert schien tatsächlich wahr zu werden. Inzwischen waren da zwar die 12 Warm-up-Gigs, die Show auf dem Glastonbury-Festival und das Konzert am Tag zuvor, doch selbst Damon stellte noch mal klar, nachdem er die Bühne betreten hat: "So THIS was the first show announced." Und deshalb war auch die Stimmung die emotionalste, die je über einem Konzert hing! Denn das Publikum bestand ausschließlich aus „echten" Fans von damals, die alle einfach alles mitsingen konnten, weil jeder mit jedem Song irgendwas verband aus seinen ganz persönlichen Neunzigern. Auch Damon rührte die - man kann schon sagen - Liebe zu dieser Musik, die ihm entgegenschlug. Er stand da, kämpfte mit den Tränen, schüttelte ungläubig den Kopf und musste sich zwischendurch überwältigt von den Emotionen aufs Schlagzeugpodest setzen. Alle waren eins mit der Welt, mit der Musik, mit Blur. Und dann erst Song 2! Wann ist man sonst mitten in einem 50.000 Menschenmassen-Moshpit? Von vorn bis hinten sind alle, aber auch wirklich alle gesprungen, als gäb es kein Morgen mehr! Als der letzte Song The Universal angestimmt wurde, ließ jeder im Hyde Park seinen Gefühlen freien Lauf. Wir lagen uns in den Armen mit dem Nebenmann und nicht nur Damon musste weinen. Ein Erlebnis für die Ewigkeit. "And it really, really, really could happen". Eva Deinert

 

(03.07.2009)




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