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Lucky Fish: München
Wednesday, 29 July 2009 00:34

Teenie-Hysterie im Atomic: Lucky FishSandra hat´s heute Abend leider nicht ins Atomic geschafft. "Aber die ist doch schon 18. Rufst du sie an?", fragt Lucky-Fish-Sänger Zlatko ins Publikum. Sandra geht nicht ans Handy, schläft wahrscheinlich schon, während Zlatko als Zugabe eine für sie geschriebene Ballade zupft. "It's so nice to be alive", singt der 18-Jährige alleine vor einem gut gefülltem Atomic-Café. "Ich hab's geschafft, dass das ganze Atomic mir zuhört", freut er sich, während der letzte Akkord ausklingt.

 

Im Gegensatz zu Sandra haben es an diesem biergartentauglichen Dienstagabend Ende Juli gut 200 junge Fans zum ersten Headliner-Gig der Münchner Indie-Pop-Band im Atomic Café geschafft. Pünktlich um 21 Uhr hatten sie sich in die lange Schlange eingereiht, Kinderausweise und die schriftliche Erlaubnis von Papa in den Händen, die ewig langen Passkontrollen über sich ergehen lassen, um mitzuerleben, wie Lucky Fish erste Songs aus ihrem kommenden Longplay-Debüt präsentieren.

 

Nach der vielversprechenden EP Empty Dishes soll Away From The Cliffs (den Titel enthüllt Zlatko unter Trommelwirbel während des Konzerts) eine leicht andere Richtung vorgeben. "Wir haben unsere softe Seite entdeckt, nachdem wir jetzt langsam in die Pubertät kommen", erklärt Zlatko nach dem ersten Teil des Sets, der sich hauptsächlich aus den noch unveröffentlichen, rifforientierteren und getrageneren Stücken zusammensetzt. "Aber jetzt spielen wir wieder Songs von früher, als wir noch erwachsen waren", so der Sänger und lässt die Stücke der Debüt-EP wie Lights Out und Future Queen oder das noch nicht auf Tonträger gebannte Emily folgen. Als einen "Klassiker - das wollte ich immer schon mal sagen" - kündigt Zlatko Love‘s Only Good an. Im Refrain kann sich Zlatko vom Mikrofon zurückziehen - den singt das Publikum, und zwar nicht nur die Mädchen.

 

Letztere Songs zeigen am deutlichsten Zlatkos trotz des jungen Alters bereits überraschende Gewandtheit im Songwriting; es scheint, der Mann hat bereits Akkordwechsel verinnerlicht, von denen viele seiner Altersgenossen noch nicht einmal ahnen, dass sie existieren. Unter den Beatles-Harmonien und 60s-beinflussten Gesangsschlenkern wummert die an der Energie von Bands wie Mando Diao orientierte Rhythmusarbeit von Bassist Franz und Drummer Janis, worüber Lead-Gitarrist Pasalic teils bluesig oder melodiöse Linien legt.

 

Als letzten Song der Zugabe präsentieren Lucky Fish ihre "nächste Single" Monday, die mit einem infektösen Refrain aufwartet und Lust auf den ersten Longplayer macht, der dieser wohl noch als Geheimtipp geltenden Münchner Schülerband hoffentlich bald noch mehr Aufmerksamkeit verschafft. Denn Lucky Fish schaffen es trotz des deutlich an britische Vorbilder angelegten Sounds und Aussehens authentische Songs und Geschichten aus ihrer eigenen Lebenswelt zu erzählen und dabei ein ganz spezifisches Publikum voll zu erreichen. Sandra könnte ihr Lied davon singen. Christian Schober

 

28.07.09




Kritiker über 18 2009-08-06 18:32:42

Ich finde die ja eher ziemlich jung und garnicht so talentiert. Könnten sich
mal ´ne Scheibe an den Münchner Kollegen von SickCity abschneiden. So on...
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