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Portugal.The Man: München
Saturday, 01 September 2007 03:00
portugalthemanAm 30.08.2007 waren Portugal. The Man im Ampere in München und haben ein prägsames Bild hinterlassen. Es war dunkel und melancholisch wie in einer kleinen Hütte in Alaska. Wie passend, denn genau dort kommen die vier Herren auch her.

 

 

Der einzige Lichtspot bei einem Konzert zeigt immer direkt auf die Bühne - und trotzdem ist der Abend mit Portugal. The Man recht düster. Selten übersteigt die Helligkeit im Raum einen Hauch von Kerzenlicht, was einen Eindruck aber bestärkt: Die vier Jungs aus dem kleinen Dorf Wassila mitten in Alaska tragen eine gewisse Sphäre mit sich.

 

Paradebeispiel allen voran ist hier der Sänger John Baldwin Gourley, seine gestrickte Ballonmütze stets tief ins Gesicht gezogen, den Rücken nicht ganz, aber fast, der Menschenmasse zugewandt. Er meidet den Blickkontakt zum Publikum, während seine Bandkollegen Wesley James Hubbard, Jason Wade Sechrist und Zachery Scott Carothers sich mit inniger Leidenschaft ihren Intrumenten und der dadurch erklingenden Musk hingeben.

 

Ein klassisches Bild von "Postcore-Band" mag der ein oder andere denken, der im Raum steht. Schließlich gibt es genügeng Beispiele, die Portugal.The Man vorangehen und die große Postcore-Progressiv-Welle erst los getreten haben. Manch einer gedenkt während des Konzerts den als Mars Volta wiedergeborenen At The Drive-In. Andere hören genau den Einfluss der Band heraus, die sie tatsächlich am stärksten geprägt hat. Den Einfluss nämlich, dem sich Gourley in der kleinen Hütte seiner Hippie-Eltern während seiner Kindheit und Jugend nicht entziehen konnte: Led Zeppelin.

 

Doch zurück aus den eisigen Wäldern der USA in die schwülen Clubgefilde Münchens. Dorthin, wo Portugal.The Man mit drei Studioalben im Gepäck, darunter die neuste Platte Church Mouth, eine Liveshow der emotionalen Spitzenklasse präsentieren. Der Sixtees-lastige Sugar Cinnamon fehlt ebenso wenig wie der ruhige, aber doch so tiefgründig bewegende Song My Mind.


Überhaupt wird die ganze Zeit über nicht getanzt und gejubelt, sondern mit geschlossenen Augen gewippt und leise ge"yeah"t, zuletzt beobachtet bei den Editors und Interpol. Nach einer Stunde ist der Spaß leider schon wieder dabei. Es gibt nur einen Song als Zugabe, "mehr haben wir doch gar nicht! Geht jetzt lieber ein bisschen feiern." - so der Bassist Carothers. Da war´s auch schon vorbei, doch betrachtet man das prall gefüllte Ampere und die zufriedenen Gesichter der Besucher, bleibt anzunehmen, dass es nicht das letzte Konzert von Portugal.The Man in München war. (Nina-Carissima Schönrock)


(30.08.2007)




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