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Wie passen sieben Isländer mit ihren Instrumenten auf die kleine Bühne im Münchner 59:1? Diese Frage stellte sich vor dem Konzert von Hjaltalín am Samstag. Sara vom LAXMag weiß, ob es geklappt hat.
Ein bunt gemischtes Publikum hat sich zum Auftritt von Hjaltalín im Rahmen des Musikexpress-Clubs im 59:1 eingefunden. Support gibt es heute von der Berliner Band Ikaria, die Hjaltalín auf ihrer Deutschland-Tour begleitet. Die vier Herren, von denen sich zwei am Gesangsmikro abwechseln, überzeugen mit vielschichtigen und erfreulich sperrigen Popsongs. Dabei scheinen sie ganz zu vergessen, dass sie sich in einem kleinen Club und nicht auf einer großen Stadionbühne befinden - die Gesten wirken aber nicht aufgesetzt, sondern passen ganz hervorragend zur musikalischen Darbietung. Ein mehr als würdiger Auftakt für das, was nun folgen soll.
Um kurz vor elf betreten Hjaltalín die Bühne - und ja, sie finden tatsächlich alle Platz, auch Rebekka Bryndís mit ihrem großen Fagott. Die Isländer eröffnen ihr Konzert mit dem ruhigen I Lie. Ein geschickter Auftakt, der eine Menge Spannung erzeugt. Es fühlt sich fast an, als würde das Publikum für eine Songlänge den Atem anhalten. So andächtig soll es aber nicht weitergehen - die angestaute Energie entlädt sich anschließend in den fröhlichen, schwelgerisch instrumentierten Stücken wie Selur oder Traffic Music. Eine ganze Spur lauter und tanzbarer als auf dem Debütalbum Sleepdrunk Seasons klingt das. Und manchmal auch ein wenig jazziger, was unter den Bandmitgliedern für Erheiterung sorgt.
"Sometimes it's good for a song to laugh in an inappropriate moment," erklärt Sänger Högni Eglisson dem Publikum mit einem Schmunzeln. Und er hat Recht. Die enorme Spielfreude und der Spaß, den die Band offensichtlich auf der Bühne hat, machen dieses Konzert zu einem besonderen Live-Erlebnis. Wer nach dem dritten Lied noch kein breites Lächeln auf dem Gesicht hat, muss ein Herz aus Stein haben. Und Sängerin Sigga Thorlacius steuert neben ihrer außergewöhnlichen und sichtlich geschulten Stimme auch noch eine Extraportion positiver Ausstrahlung bei. Augenrollend, mit kleinen Tänzen oder liebevollen Gesten schmückt sie die Songs aus und könnte dabei genauso gut einem isländischen Märchen entsprungen sein.
Trotz aller Späße und Spielereien lassen Hjaltalín die Zuhörer aber nicht vergessen, dass hier sieben ausgezeichnete Musiker auf der Bühne stehen. In dieser Hinsicht nimmt sich die Band absolut ernst, was man der Darbietung in jedem Ton anmerkt. Die Einsätze kommen punktgenau, die Instrumente - wie Fagott und Geige - scheinen sich blind zu verstehen. Das ist auch deshalb beachtlich, weil die Songs von Hjaltalín alles andere als einfach gestrickt sind. Wer sie nicht kennt, dürfte von einer Überraschung in die nächste stolpern - so etwa bei Goodby July / Margt ad Ugga, das in der Mitte mit einem getragenen Gesangsintermezzo von Sigga Thorlacius glänzt, um dann unerwartet wieder in den alten Takt zurückzufallen. Ein Großteil des Publikums scheint Bescheid zu wissen und wartet mit dem Applaus bis zum Ende des Songs.
Sänger Högni Eglisson feiert an diesem Abend seinen Geburtstag, wie er gegen Ende des Konzerts grinsend erzählt. Er finde es eine nette Geste, dass die Stadt seinetwegen so ein großes Fest ausgerichtet habe, man so viel Bier trinke und diese lustigen Kostüme trage. Ganz ohne Wiesn-Referenz kommt eben ein Konzert zu dieser Zeit nicht aus - aber diese war wohl mit Abstand die charmanteste, die man je gehört hat. Ihr Konzert beendet die Band mit dem ebenso unvermeidlichen Michael-Jackson-Cover Don't stop til you get enough. Von so erfreulichen Konzerten wie diesem kann man in der Tat nicht genug bekommen. Sara Haußleiter
(03.10.2009)
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Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
Noch was zum Thema: http://likeitis93.blogspot.de/2012/03/save-olli-schulz.html
diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...