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Maps: München
Thursday, 13 September 2007 01:12

maps10.09.Fehler sind schon immer wieder mal passiert im Kunst- und Kulturbetrieb. Da wurde beispielsweise George Orwells Manuskript zu „Farm der Tiere“ mit der Begründung abgelehnt, Tiergeschichten würden sich in den USA nicht verkaufen lassen. Ein dummer Verlagsfehler. So schlimm hat es James Chapman und sein Projekt Maps nicht erwischt. Ihm hat niemand gesagt, verspielten Elektropop, den wolle doch niemand hören. Ein Fehler muss trotzdem irgendwo passiert sein, sonst hätten sich auf seinem Konzert in München etwas mehr als gut vier Dutzend Besucher eingefunden.

 

James Chapman ist ein schüchterner Junge, das wusste man schon davor. Er ist 28 Jahre alt und lebt, wenn man der Legende glauben will, immer noch bei seinen Eltern in Northampton. In den englischen Midlands, dort, wo es immer neblig ist und sich die diesige Luft schwer in die Kleidung hängt, hat er seine Songs auf einem Mehrspurrekorder aufgenommen. Man sieht ihm an, dass es für ihn immer noch ein komisches Gefühl ist, mit seinen Kompositionen nun auf der Bühne zu stehen. Am liebsten würde er wohl die ganze Zeit zu Boden schauen, so lässt sich am leichtesten vergessen, dass Publikum da ist.

 

Es ist ein etwas schrulliger Auftritt, den Chapman da hinlegt. Aber es ist eine Schrulligkeit, die ihn jeden Moment sympathisch wirken lässt. Seine weichen Gesichtszüge werden umspielt von den Lichtspuren einer Videoinstallation. Zu sehen sind dort mal die schwarz-weiß Bilder eines 60er Jahre Films, mal Auszügen aus einem Manga und immer wieder ein psychedelisches Farbenspiel. Und dann ist da auch noch Musik.

 

Chapman hat sich Unterstützung mitgebracht. Begleitet wird er von einem Keyboard, Bass, Gitarre und Schlagzeug. Space Pop wird dieses Zusammenspiel aus elektronischen Klängen und Instrumenten häufig genannt. Ein ziemlich häßlicher Begriff für eine Atmosphäre, die zwischen bedächtiger Schwere und schwebender Leichtigkeit oszilliert. Immer wieder richtet Chapman verlegen den Blick auf. Dann sieht er die Menschen tanzen. „If you like to dance, I hope, you will dance to this, too“, sagt er und leitet damit eines seiner schönsten Lieder ein: It will find you, ein Stück, das meine Freundin in den vergangenen Wochen unzählige Male gehört hat. Und wenn es um Elekropop geht, ist niemandem mehr zu trauen.

 

Die Forderung nach einer Zugabe gestaltet sich schwierig, denn es gibt nichts zuzugeben, Chapman hat erst eine Platte gemacht. Deswegen bleibt es bei dem Versprechen, bald mal wieder nach München zu kommen. (Florian Zick)


(10.09.2007)




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