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Kristofer Åström: München
Thursday, 13 September 2007 12:02
kristoferastroem12.07.Er war kleiner als erwartet und recht schmächtig. Der Drei-Tage-Bärtige Schwede ist es nun also: Kristofer Åström, heute Folk-Popper, sonst Punklegende der skandinavischen Indie-Szene. Allgemein kommen einem die Sänger des Abends recht bekannt vor – und zwar von anderen Bands. 

 

Als wir im Vorraum des Münchner Alternative-Wohnzimmers Atomic Café stehen, begrüßt uns der Türsteher bereits mit den Worten: Five!Fast!!Hits!!! ist die Vorband". Erfreulich, denn ehrlich gesagt hatten wir mit keinem Support gerechnet. Und tatsächlich: Der Sänger der Warm-Up-Band gehört zu Five!Fast!!Hits!!!. Da hört die Gemeinsamkeit allerdings schon auf. Sechziger-Jahre-Beats mit britischen Gitarrenklängen versüßt, finden beim Publikum zwar gefallen. Doch herrscht leichte Irritation, als Herr Åström schließlich die Bühne betritt und sich bei Amadeus bedankt. Yeah, ihr habt gerockt, aber heißt ihr nicht anders? Nein, denn Amadeus ist die gleichnamige Solo-Kampagne des Frontmanns, ein Zweitprojekt neben F!F!!H!!! sozusagen, mit dem Amadeus bereits im vergangenen Jahr im Atomic gastierte.

 

Das erinnert an den Hauptact des Abends, der den kleinen Club bis an die Türen mit Musik begeisterten Menschen füllen konnte. Kristofer Åström, normalerweise Kopf der Punkband Fireside, ist ebenfalls auf einsamen Pfaden unterwegs.

 

Und er hat ein sehenswertes Repertoir mitgebracht: Zehn Platten, darunter sieben Alben und drei EP´s laden zum Lieder wünschen ein. Seit 1998 nimmt Aström schon Soloscheiben auf, was die Anwesenheit der älteren Besucher des Konzerts erklärt: Eingerockte Fireside-Anhänger des Anfangsstadiums, bevor die große Schwedenwelle nach Deutschland über geschwappt kam.

 

Was dann die kommende Stunde folgt sind eingängige Melodien, die live noch ein wenig emotionaler und trauriger klingen als auf Platte. Durch vierzehn Songs wurde das Publikum durch geschwungen, welches sich sinnierend den nordischen Tönen von Åströms klassischer Gitarre hingab. Von großen Gefühlsausbrüchen zwar war weder auf der Bühne noch vor der Bühne etwas zu spüren, aber man konnte erahnen, wie tief die Liebe zur Musik rührt. Geschlossene Augen auf beiden Seiten lassen darauf schließen, wie sehr sich ein jeder im Raum der Melancholie der Lieder angenommen hat. Den Songs hörte man die Düsternis in ihren Titeln an: The Dark war bereits Opener des Konzerts, darauf folgten Without your love, Fallen und zu guter Letzt All lovers hell. Nach drei Stücken Zugabe war´s dann leider auch schon wieder dabei – und trotz der schwermütigen Musik verließen alle das Konzert mit einem Lächeln auf den Lippen. Es lässt sich erahnen, dass Kristofer Åström mit ein wenig Glück mal wieder ins Atomic zu Besuch kommt. (Nina-Carissima Schönrock)


(22.04.2008)


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