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Dúné: München
Friday, 23 October 2009 19:21
Dúné-Sänger Mathias Kolstrup Verschwitzte Menschen vollführen mit verklärtem Blick ekstatische Tanzbewegungen und schreien dabei "Wango, Wango". Was auf den ersten Blick wie eine schamanische Kulthandlung aussah, war in Wirklichkeit das schweißtreibende Gastspiel von Dúné und Timid Tiger im Münchner 59:1.

"Wango, Wango" ist nach Aussage von Timid Tiger-Sänger Keshav PuruShotam übrigens ein indischer Freudenausdruck. Grund zur Freude liefern die Kölner ihrem Publikum zur Genüge. Neben sensationell komischen Outfits mit Glitzerstirnbändern und fluoreszierenden Neon-Peitschen haben Timid Tiger nämlich auch neue Songs im Gepäck. Damit das Mitsingen auch bei modern interpretierten Bollywood-Klassikern nicht zu schwer fällt, halten die Musiker an den wichtigsten Stellen einfach eine Tafel mit dem Text hoch - und schont springt das ganze 59:1 im Takt und skandiert "Rampampo Di Rampampo". Zwischendurch schaut sogar Dúné-Sänger Mattias Kolstrup mal auf der Bühne vorbei, um die eigentlich gar nicht schüchternen Tiger bei einem brandneuen Song zu unterstützen.

Nach einer langwierigen Umbaupause hallt dann endlich der ersehnte  Ruf durch den Club: "I know it's time to leave!" schmachtet Kolstrup, als Dúné mit Time To Leave ihren Set starten. Zeit zu gehen? Von wegen, jetzt geht's doch erst richtig los! Springen, tanzen, kreischen ist angesagt. Die Tatsache, dass im winzigen 59:1 sogar eine Absperrung vor der Bühne steht, spricht Bände. Der Club ist gesteckt voll, auch wenn einige der Anwesenden das Ende des Konzerts um 0:30 Uhr aus Jugendschutzgründen nicht mehr miterleben werden.

Obwohl für einen Großteil der Band der Schulabschluss ebenfalls erst ein paar Monate her ist, präsentieren sich Dúné an diesem Abend mit einer nahezu schon unverschämten Coolness. Nicht für einen Moment drängen sich Gedanken wie "Dafür, dass sie noch so jung sind..." auf. Die sieben Dänen rocken, als hätten sie ihr Leben lang nichts anderes gemacht, und haben das Publikum von der ersten bis zur letzten Sekunde vollständig im Griff. Bei Final Party Of The 21st Century bringt Kolstrup sogar nahezu den gesamten Club dazu, sich auf den Boden zu setzen, und auf sein Kommando wie entfesselt loszuspringen. Die Energie im Raum ist überwältigend, der Schweiß rinnt in Strömen, und Band und Publikum treiben sich gegenseitig zu immer neuen Höchstleistungen an. Kolstrup hat den Schlachtruf von Timid Tiger übernommen. Wango, Wango, heißt es jetzt auch bei Dúné.

Mit Enter Metropolis haben Dúné eines der überraschendsten und schlichtweg besten Alben des Jahres veröffentlicht, und nach diversen Festival-Shows im Sommer sind die Wahlberliner sichtlich heiß darauf, ihre neuen Songs auch in kleinen Clubs live zu präsentieren. Dennoch halten sich neue und alte Songs nahezu die Waage, was aber einfach daran liegt, dass beide Alben nahezu komplett durchgespielt werden. Bei Heat und Bloodlines gibt es im Publikum endgültig kein Halten mehr, vor der Bühne ist nur noch eine wogende Masse aus hüpfenden, klatschnassen Körpern zu sehen.

Während die Band vor 2 Jahren noch eher wie "Mattias Kolstrup mit Begleitmusikern" wirkte, haben sich Dúné inzwischen zu einer beeindruckenden Live-Band entwickelt. Vorbei die schüchterne Unbeholfenheit der Anfangstage, als einige Musiker noch aussahen, als wären sie gegen ihren Willen verdonnert worden, beim Weihnachtsfest der Schule aufzutreten. Jeder hat jetzt seinen Platz auf der Bühne und füllt seine Rolle selbstsicher aus.

Insbesondere Keyboarderin Cecilie entwickelt echte Frontfrau-Qualitäten. Sie ist es auch, die in perfektem Deutsch das Ende des Konzerts ankündigt: "Das ist jetzt das letzte Lied, und wir sind wirklich sehr, sehr traurig." Zum Glück folgen nach Go Go Valentina aber noch drei Zugaben, sodass die Traurigkeit schnell wieder weggeblasen wird. Den letzten Song darf Schlagzeuger Malte ankündigen: "Normalerweise habe ich ja nicht oft Gelegenheit, etwas zu sagen, und ich kann das auch nicht so gut" erklärt er.

Nach To Metropolis, auch der letzte Song des Albums, ist dann aber allen Zugaberufen zum Trotz endgültig Schluss.Im 59:1 tropft das Wasser von der Decke, und die Fans schieben sich Richtung Ausgang - glücklich, Dúné vielleicht zum letzten Mal auf einer so kleinen Bühne gesehen zu haben. Wango, Wango! Bettina Koch

 

Das Video zum Konzert in Köln gibt´s hier


(22.10.09)




kolstruper 2009-10-24 06:24:30

It's after dark now
and it's time to leave....
Aber, aber...
Ich 2009-10-27 20:04:31

Aber es heißt doch Wango Wango!!!
bkoch 2009-10-27 20:18:27

Da hast du natürlich völlig Recht - ist schon korrigiert! Herzlichen Dank
fürs aufmerksame Lesen.
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