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Laura Gibson: München
Friday, 20 November 2009 11:58

Laura Gibson in München Laura Gibson versuchte es, verschiedenartiger und innovativer Klangwelten zu schaffen. Schon die Vorband Musée Mécanique verfolgte, durch ein buntes und klug eingesetztes Instrumentensammelsurium, das selbe Ziel. Und ja, sie haben beide ihr Vorhaben an dem Abend erreicht, der geprägt durch melancholisch-ruhige Folksongs war.

Zuerst ein paar wohlverdiente Worte zur Vorband Musée Mécanique. Anders als der Name impliziert, ist die Herrenband nicht aus Frankreich, sondern aus Portland, Oregon. Und anders als die Bandfotos ankündigen, standen auf der Bühne keine fünf Musiker, sondern lediglich zwei, nämlich Micah Rabwin und Sean Ogilvie. Trotzdem gelang es den Beiden, sämtliche nötige Instrumente zu bedienen. So trommelten mit Fußpedalen und schlugen mit Becken, sie bespielten insgesamt drei Keyboards und eine Melodica, auch gerne alles gleichzeitig - auch ein Akkordeon durfe nicht fehlen, genauso wenig wie die obligatorischen Akustikgitarren.

Musikalisch kann man die junge Band nicht ganz von französichen Einflüssen lossagen (daran mag auch das Akkordeon liegen) da ihr luftig-melancholischer Folk doch teilweise an Air und Konsorten erinnert, natürlich mit einem großzügigen Schuss typisch-amerikanischem Folk versehen. Auf jeden Fall eine Band mit Potential. Gespannt sein darf man auf ihr im Januar erscheinendes Debutalbum.

Passenderweise waren die beiden Herren dann auch noch Laura Gibsons Liveband. Wenn da nicht zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen wurden. Laura Gibson zeichnete sich vorrangig durch eines aus: ihre Stimme. Im Vorfeld war es kaum zu ahnen, dass die junge Musikerin, die ebenfalls aus Oregon stammt, eine solche Intensität und teilweise auch Lautstärke erzeugen kann.

Ihr musikalisches Programm war hauptsächlich ein melancholisches. So ist sie bekannt für ruhige, poetische (Our bodies still as photographs / Beg the ground to swallow us /And press our lonesome silhouettes into the dirt) und kunstvolle Folk- und Countrysongs. Vor allem ihr in diesem Jahr erschienenes Album Beast of Seasons lieferte die Titelauswahl.  Ihr Gesang und Gitarrenspiel wurde von den bereits erwähnten Musiker untermalt, die zusätzlich zu den bereits oben erwähnten Instrumenten noch mit einem Banjo auffuhren, außerdem eine Säge zum Singen brachten und mit Geigenbögen über Becken und Zittern strichen. Eine ganz besondere Klangwelt wurde so geschaffen.

Wer nun meint, es war ausschließlich ein ruhiger, ja, vielleicht sogar ein melancholischer Abend, der irrt. Laura Gibson schaffte es durch zahlreiche Anekdoten und Geschichten das Publikum in den Pausen zwischen den Titeln aufzuheitern. So erzählte die von ihrem Plan, am Morgen nach dem Konzert früh aufzustehen, um München zu sehen. Enttäuscht ist sie nachdem sie erfährt, dass sie es nicht zum Glockenspiel schaffen wird. Das Publikum lachte ausgelassener als sie es bittet, ihr eben dieses nachzumachen. Außerdem hatte sie nicht nur leise Titel im Gepäck, auch das wunderbare und für die Musikerin ungewöhnlich flotte Spirited bot Sie live dar. Alles in allem ein sehr schöner, von harmonischen, melancholischen und kunstvollen Folksongs geprägter Abend.

Nun, am Ende noch ein kleiner Kritikpunkt. Das Konzert begann erst um 22 Uhr, Laura Gibson stand eine Stunde danach auf der Bühne. Für leisen und gefühlvollen Folk wie er gestern dargeboten wurde ist das schon reichlich spät, so konnte sich das Publikum den ein oder anderen Gähner nicht verkneifen. Außerdem wäre der Andrang in der Roten Sonne wahrscheinlich größer gewesen, wenn der Beginn etwas früher gewesen wäre. Rebekka Schwarz

 

20.11.2009




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