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William Fitzsimmons & Great Lake Swimmers: Dachau
Saturday, 28 November 2009 11:58

William Fitzsimmons in DachauVon vollen Gotteshäusern träumen die Kirchen heutzutage, so bleiben doch seit Jahren die Kirchgänger aus. Nicht so am gestrigen Abend in der Friedenskirche in Dachau, auch und weil der Anlass kein Gottesdienst war. Vor dem Altar, unter eine großen, pink beleuchteten Kreuzigungsgruppe, gab es ein Doppel-Konzert von den Great Lake Swimmers und William Fitzsimmons.

Doch bevor genauer von den beiden Hauptacts berichtet wird, muss zuallererst die Holländerin Laura Jansen gebührend erwähnt werden. Selten ist es nämlich der Fall, dass der Support Act besser ist als der Hauptact und davon gab es an dem Abend mehrere. Die in den USA lebende Sängerin gab Titel ihrer drei EP's Trauma, Single Girl und Bells alleine am Keyboard zum Besten. Schon bei den ersten Töne ist klar: weniger ist mehr. Mit ihrer hellen, klaren Stimme singt sie über Herzschmerz, über ihr Leben als Single Girl und mit einem breiten Lächeln präsentiert sie vor dem Altar Wicked World, nicht ohne sich davor bei ihrer Großmutter, für das Spielen dieses Songs in einer Kirche, zu entschuldigen. Spätestens bei ihrem Kings of Leon Cover Use Somebody hat sie das Publikum fest im Griff, so erntet sie zu Recht großen Applaus.

Nach kurzem Umbau geht es dann mit ungefähr einer Stunde Great Lake Swimmers weiter. Im Gegensatz jedoch zu Laura Jansen gelingt es den fünf Männern aus Kanada kaum Kontakt zum Publikum aufzunehmen, so konzentriert starren sie allesamt vor sich auf den Boden während sie spielen - Shoegazing in der höchsten Perfektion. Ein ab und zu ganz verhuschtes "Thank you" des Sängers Tony Dekker schaffte auch nicht mehr Bezug von Band zu Publikum. Und obwohl technisch alles einwandfrei ist, denn ihre Instrumente (Akustik- und Elektrogitarre, Banjo, Mandoline, Pedal Steel, Schlagzeug und Kontrabass) beherrschen sie allesamt, so fehlt doch weitestgehend das Gefühl. Und da eben dieses abgeht, scheinen sich die einzelnen, fast ausschließlich sehr ruhigen Titel, bis ins unendliche zu ziehen. Zwischendurch schaffen sie es dann aber doch das Ruder herumzureißen, mit etwas flotteren Titeln wie Pulling on a Line und tollen, mitreißenden Banjo Passagen. Auch ringt sich die Band ein Lächeln ab und beteuert wie sehr es ihnen Spaß macht in Dachau zu spielen, doch leider ist dieser Zustand nicht von Dauer und es endet wie es begann.

Glücklicherweise schaffte im Anschluss William Fitzsimmons genau das: er war mitreißen - und hinreißend . Während er die ersten Titel alleine und unter den wachsamen Augen des sich über ihm befindenden Jesus spielte, wurde schnell klar: das wird ein besonderer und schöner Auftritt. Denn seine meist (nach eigener Aussage) depressiven Titel sang er mit soviel Gefühl, dass einem vor Rührung schon mal die Tränen in die Augen schossen.

Gleich zu Beginn sagt er zwischen zwei Liedern: "Usually people leave my concerts more depressed than they were before", doch das soll sich nicht einmal annähernd bestätigen. So viel Herzschmerz er in die Darbietung seiner Musik legt, so viel scherzt er mit dem Publikum zwischen den Titeln. Die Zuhörer lachen herzlich und ausgelassen über diverse Scherze des aus Pennsylvania stammenden Musikers. Als er dann noch seine recht guten Deutschkenntnisse auspackt, da er fünf Jahre unsere Sprache studiert hat, ist das Publikum vollends begeistert.

Nach seinem Soloeinstieg inklusive dem Iron & Wine Cover Naked as We Came betrat dann seine Band (auch Laura Jansen war hier als Backgroundsängerin und Keyboardspielerin dabei) den Bereich um den Altar. Gespielt wurden Songs aus allen seiner drei Alben Until when we are Ghosts, Goodnight und dem in Deutschland erst kürzlich erschienenen The Sparrow and the Crow

Was bliebt am Ende zu sagen? Alles in allem ein toller, abwechslungsreicher und sehr gefühlsintensiver Konzertabend. Das preis- und leistungstechnisch unschlagbare Konzert fand zu Recht großen Anklang bei den Konzertbesuchern und war höchst verdient auch ausverkauft. Zu Hoffen bleiben mehr und noch mehr Konzerte dieser Art in Dachau. Rebekka Schwarz

28.11.2009

 




hast du recht
Franziska 2009-11-30 12:23:56

ich muss dir da recht geben. ich fand die great lake swimmers auch etwas lahm.
es war halt echt doof, dass die gar nicht kommuniziert haben, auch nicht recht
untereinander. man hatte echt den eindruck, die wollten es nur noch hinter sich
bringen. mehr von laura jansen hätte mir besser gefallen! :)
aber sonst war es
natürlich super!
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