Die Hochkultur der Subkultur.
Home icon Home»Live»Port O'Brien: München
Port O'Brien: München
Thursday, 03 December 2009 13:02

port_obrien_feierwerk.jpg"Biegen Sie Ständer!" Was es mit diesem Satz auf sich hat und ob Port O’Brien während ihrer Deutschlandtour noch mehr sinnvolle Wörter gelernt haben, weiß Tine vom LAXMag. Sie war beim Konzert im Münchner Feierwerk dabei und hatte keine Chance gegen den unprätentiösen Charme der Band.

 

Im Gegensatz zu den Vorsängerinnen der schwedischen Hippie-Schwesternband First Aid Kit ist es den Mannen von Port O’Brien egal, wie sich ihr Publikum verhält. "Redet, Singt, Tanzt, macht was ihr wollt, ist uns egal" ist ihre Devise des heutigen Abends. Leider sind sie nur zu viert angereist aus den USA, Sängerin Cambria Goodwin musste zurück zu ihrer Familie und so findet das Konzert ohne weibliche Unterstützung statt.

Volle Kraft voraus heißt es stattdessen mit Sänger und Gitarrist Van Pierszalowski, der mit seinen blonden Haaren ein bisschen wie ein erwachsen gewordener Michel aus Lönnerberga aussieht und seine drei Kollegen an Bass, Gitarre/Keyboard und Schlagzeug im Schlepptau hat, die allesamt die nett gemeinte Bezeichnung des Nerds verdient hätten, mit ihren Holzfällerhemden, Hosenträgern und Fensterglasbrillen.

Vier sympathische, allürenlose Jungs, denen man es abnimmt, dass sie schon lange gute Freunde sind, gerne zusammen Musik machen und feiern, dabei das Showgeschäft nicht allzu ernst nehmen und trotzdem extrem professionell spielen. Gefeiert wird auch Tourmanager Denis, dem sie zu Ehren ein kleines Geburtstagsständchen vortragen. Aber nicht einen klassischen Happy-Birthday Song, sondern ein Special-Song, der mit ekstatischem Applaus seitens des Publikums unterstützt wird.

Der ganze Konzertabend macht einfach einen Heidenspaß mit der folkig-rockigen Musik, mit den nicht immer ernstzunehmenden Kommentaren der Band und allen voran mit Sänger Van Pierszalowski, der leidenschaftlich in seiner Musik aufgeht und aus den meisten Stücken Tanzhymnen macht. Da hüpft er schon mal wild samt Gitarre über die Bühne hinter zum Schlagzeuger, auch mal aufs Schlagzeug drauf, ohne Rücksicht auf Verluste. Stücke wie Sour Milk/Salt Water, Fisherman‘s Son, My Will Is Good, oder Leap Year laden zum Mitwippen, Klatschen oder Tanzen ein.

Die ganze Zeit scherzt die Band mit dem Publikum und packt skurrile Brocken Deutsch aus, etwa das schicke Wort "unschlagbar", welches auf einer deutschen Garfield-DVD abgedruckt war, die im Tourbus herum lag. Dazu noch "Ständer" und das "Biegen Sie" des Navigationsgeräts im Auto, schon kann man lustige Kombinationen bilden wie "Unschlagbar Ständer" – den die Jungs laut eigener Aussage auf der Bühne haben. Das sei mal so unkommentiert dahingestellt!

Dann kündigen sie das "letzte Stück" an, aber nicht ohne ihr Publikum vorher darüber aufzuklären, dass sie nach einer Minute Applaus eh wieder auf die Bühne kommen werden. Wer hätte damit gerechnet! Unterstützung holen sich die Jungs dafür in Form von tanzenden und krachmachenden ZuschauerInnen aus dem Publikum. I Woke Up Today wird zur Party und der Refrain zum Schlachtruf!

Nach zwei Zugaben verlassen Port O'Brien dann die Bühne und lassen glückliche Menschen zurück. So, genau so, soll ein Konzertabend sein! Christine Bulla


(02.12.09)




Kommentar schreiben
Name:
Email:
 
Titel:

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."

 

Kommentare