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Es gibt Dinge, über die kann man sich nicht einfach berichten lassen - man muss sie einmal erlebt haben. Auftritte von Anders Wendin aka Moneybrother fallen ganz sicher in diese Kategorie. LAX-Redakteurin Tina versucht trotzdem, das Konzert im Backstage für euch in Worte zu fassen.
Von einem Schweden, dessen Begleitband unter anderem einen durchgeknallten Posaunisten, einen Bassisten mit zu kurzen Hosen und zu langen Ärmeln, einen Pianisten und einen Organisten umfasst, kann man auch einen entsprechend bizarren Support-Act erwarten. Dieser verwirrt nun in Person von Franz Nicolay abwechselnd mit Gitarre, Akkordeon und Banjo erst einmal das Publikum. Dank Anzug, Hut und Schnurrbart würde der hauptberufliche Hold Steady-Keyboarder nämlich durchaus auch als Kellner in einem überkitschten italienischen Restaurant oder gar als spanischer Schnulzensänger durchgehen.
Tatsächlich mimt Franz Nicolay an diesem Abend aber eher den Alleinunterhalter und präsentiert ganz ohne Band Material aus seinem ersten Solo-Album Major General. Leider verlieren die Songs durch die karge Instrumentierung jedoch stark an Substanz, und auch das Publikum scheint vom musikalischen Wert der Darbietung nicht ganz überzeugt zu sein - zumindest ernten die Ansagen und Anekdoten des Künstlers mehr Applaus als die eigentlichen Lieder.
Um kurz nach halb zehn betritt dann endlich ein wie immer strahlender Moneybrother mit seiner 6 Mann starken Band die Bühne, und im Backstage geht augenblicklich die Sonne auf. Für die nächsten anderthalb Stunden sind im gesamten Club nur noch glückliche Gesichter und funkelnde Augen zu sehen. Die Band strahlt eine Spielfreude aus, dass man glauben möchte, die Herren mussten die letzten Monate fernab ihrer Instrumente im dunklen Keller darben und dürfen heute zum ersten Mal wieder auftreten.
Positive Vibrations wird an diesem Abend zwar nicht gespielt, doch die positiven Schwingungen sind im Publikum dennoch vom ersten bis zum letzten Moment zu spüren. Obwohl die Band seit der letzten Tour teilweise ausgetauscht wurde, herrscht auf der Bühne allumfassende Harmonie. Das Zusammenspiel passt zu jeder Sekunde, als hätten die 7 schon im Kindergarten miteinander musiziert. Allein der Band zuzusehen, ist schon eine wahre Freude. Moneybrother selbst ist heute glänzend aufgelegt und zeigt sich deutlich gesprächiger als üblich. Er und seine Band haben es sich zum Ziel gesetzt, dem Publikum einen einzigartigen und unvergesslichen Abend zu bieten.
Die Setlist dürfte an diesem Abend wohl wirklich jeden Fan glücklich machen. Neben einem Querschnitt durch alle vier Alben gibt es als besondere Überraschung auch den Weihnachtssong Falling In Love (With Christmas Time) zu hören, der lediglich auf dem nur in Skandinavien veröffentichten schwedischen Album Pengabrorsan zu finden ist. Das festliche Stück wird im Duett mit Franz Nicolay dargeboten, und wer ganz genau hinhört, bemerkt vielleicht sogar leises Rentier-Hufgetrappel auf dem Backstage-Dach.
Immer wieder verspricht Moneybrother uns an diesem Abend, "kein trauriges Liebeslied" mehr zu spielen, doch so richtig will er sich nicht an dieses Versprechen halten. Als Zugabe ist schließlich das von den Fans lang erwartete Telefonklingeln von Reconsider Me zu hören. Das Intro wird ausgedehnt, bis die Spannung im Backstage mit dem Messer geschnitten werden könnte. Dann endlich sagt Moneybrother die zwei erlösenden Silben "Hello?", und das ganze Publikum schreit begeistert die erste Zeile des Songs: "I see, it's fine, you're somebody else's little girl now and will never be mine." Zum Schluss möchte die Band ihren Fans noch einmal "etwas wirklich, wirklich Wunderschönes" bieten. Und so werden die letzten Worte des Lieds von der gesamten Band im herzzereißenden Chor gesungen, bevor die Musiker sich verabschieden.
Doch das Publikum tobt und will mehr. Und so geschieht, was wir schon fast nicht mehr zu hoffen gewagt haben: Die Band kehrt noch ein weiteres Mal zurück und stimmt tatsächlich noch die überemotionale Herzschmerzballade It's Been Hurting All The Way With You Joanna an. Dabei teilen sich die Band-Musiker jedoch zunächst die Gesangsarbeit, und jeder verleiht dem Song eine eigene, faszinierende Facette. Moneybrother gesellt sich erst zum letzten Drittel hinzu, um diesen Abend mit einem nahezu magischen musikalischen Höhepunkt enden zu lassen. Das glückliche Grinsen dürften die Zuschauer wohl heute immer noch im Gesicht tragen. Text: Bettina Koch/Fotos: Itje Kleinert
08.12.09
Fotos: Moneybrother
Fotos: Franz Nicolay
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Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
Noch was zum Thema: http://likeitis93.blogspot.de/2012/03/save-olli-schulz.html
diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...