|
Glattgebügelte Hemden, Nerd-Frisuren und Bubi-Gesichter dominieren das Bild, das Pete & The Pirates im randgefüllten Babalu abgeben. Was sie musikalisch zu bieten haben, entspricht dann so gar nicht dem Image vom netten Jungen nebenan. Intelligenter Indie-Rock, der stetig nach vorne groovt und auch den letzten Tanzphobiker dazu zwingt, sich doch noch zu bewegen.
Nein, wie Piraten sehen Peter und seine Musiker nun wirklich nicht aus. Eher wie kleine Chorknaben, denen die Mutter das Hemd ein bisschen zu fest zugeknöpft hat. Sie wirken, als könnten sie keiner Fliege etwas zu Leide tun. Sänger Tommy erscheint in einem schwarz-rot-weißen 70er-Jahre Hemd, an das man sich den ganzen Abend nicht so recht gewöhnen mag. Zierlich, fast zerbrechlich wirken die fünf jungen Musiker aus Reading in England, als sie gegen 23 Uhr die Bühne des Babalu betreten.
„Herzlichen willkommen, wir sind Pete & The Pirates. Wir möchten ganz besonders diejenigen begrüßen, die uns schon mal live gesehen haben“ sagt Sänger Tommy und will schon loslegen, als sein Sidekick - Gitarrist Peter - hinzufügt: „Und natürlich möchten wir auch ganz besonders diejenigen begrüßen, die uns noch nie live gesehen habe. Also begrüßen wir eigentlich alle!“ Ein bisschen unbeholfen, aber sympathisch, die Jungs.
Nach den ersten Takten Musik ist klar: So wenig „Pirat“ im Aussehen der Band steckt, soviel „Pirat“ steckt in ihrer Musik Heißt: Pete & The Pirates überraschen mit einem Konzert, das, angefangen bei melodischen Gitarrenschüben und mehrstimmigen Gesang, über groovende Bassläufe bis hin zu einem zackigen Beat, alles parat hält, was man für 60 Minuten Rock’n’Roll eben so braucht.
Sie beginnen ihr Set mit viel Schmackes und einem sehr tanzbaren Beat, sodass nicht nur in den ersten Reihen die Tanzaufforderung unwiderstehlich bleibt. Zu den Piraten gehören mittlerweile ein paar Hits - Jennifer, Bright Lights oder Mr. Understanding - ja, mindestens genauso wichtig ist aber der beständige Indie-Rock-Groove ihrer Musik.
Eindrucksvoll und mit viel Wiedererkennungswert ist auch die Stimme von Sänger Tommy, der leicht schräg und anklagend, zugleich aber sanft und zurückhaltend von zerbrochenen Beziehungen und komplizierten Frauengeschichten singt. Unterstützt wird er gesanglich von Drummer Jonny sowie von Gitarrist und Namensgeber der Band - Peter. Der mehrstimmige und druckvolle Gesang lässt den Chorknabenvergleich vom Anfang dann schon gar nicht mehr so weit hergeholt erscheinen.
Das Publikum im Babalu ist nicht nur zahlreich, sondern auch gut aufgelegt erschienen. Es wird getanzt, ein bisschen gepogt und am Ende minutenlang lautstark nach Zugaben gerufen. Auch als die Band bereits zum zweiten Mal auf der Bühne erschienen ist, um mit zwei Songs das Set zu beschließen, haben die Leute noch nicht genug. Doch manchmal müssen 60 Minuten einfach ausreichen – so ist das eben mit dem Rock’n’Roll. Text: Gina Kutkat, Fotos: Itje Kleinert
|
Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
Noch was zum Thema: http://likeitis93.blogspot.de/2012/03/save-olli-schulz.html
diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...