| Ja, Panik: München |
| Saturday, 23 January 2010 20:01 | |||
Wenn Wien ein Taschenmesser ist, dann ist München ein Schraubenzieher - das hatten Ja, Panik bereits bei ihrem letzten Besuch in der Muffathalle geklärt. Nur vier Monate später sind unsere Lieblingsösterreicher erneut in München zu Gast. Und diesmal heißt die Gleichung: Wenn das Atomic Café eine Sauna ist, dann sind Ja, Panik das Feuer unter dem Ofen. Doch natürlich heizen Ja, Panik dem Münchner Publikum nicht allein ein, sondern werden unterstützt von der Mädelscombo Candelilla und dem Künstler Hans Unstern, den die Jungs aus ihrer Wahlheimat Berlin mitgebracht haben. Bereits seit zwei Jahren spielen die vier Damen von Candelilla in jedem Club zwischen München und Wien. Jetzt haben sie endlich auch ihr Debütalbum Reasonreasonreason im Gepäck. Die Songs sind in chronologischer Reihenfolge ihres Entstehens nummeriert und tragen demzufolge Titel wie 22 oder 13 (die aktuelle Single), die leider schlecht im Gedächtnis bleiben. Trotz aller Live-Erfahrung wirken Candelilla immer noch ein bisschen wie eine Schülerband, kommen dabei aber durchweg sympathisch rüber und wissen das Publikum mit ihrem NDW-lastigen Poprock zu überzeugen. Wenn du keine Band hast, dann projezier' dir eben eine, hat sich Hans Unstern wohl gedacht. Der Berliner mit dem Rasputinbart steht allein mit zahlreichen "Instrumenten" wie Mundharmonika, Spieluhr oder Geigenbogen auf der Bühne, während hinter ihm bewegte Bilder von Musikern über den weißen Vorhang laufen. Im Gesamtkonzept ergibt sich daraus eine verwirrende Bild- und Tonkollage mit Texten zwischen Dada und Gaga, von der viele Anwesende hinterher wohl sicherheitshalber mal behaupten werden, dass es Kunst war. Beim letzten Song bieten die Jungs von Ja, Panik ihrem Kollegen hinter dem Vorhang musikalische Unterstützung, und während Hans Unstern vorn noch Laptop und Spielzeug wegräumt, starten die Österreicher auch gleich voll durch mit Alles hin, hin, hin vom aktuellen Album The Angst And The Money. Hin, hin, hin und weg ist auch das Publikum im mittlerweile bis in den letzten Winkel Atomic Café vom ersten Moment an. Auch wenn es kaum mehr möglich scheint, gibt es bei Thomas sagt und Zwischen 2 und 4 ("Ein altes Lied, das immer passt") tatsächlich noch einmal einen Temperatur- und Aktivitätsanstieg zu verzeichnen. Zu Nevermore schließlich bittet Sänger Andreas Spechtl "alle, die sich berufen fühlen" auf die Bühne, um zusammen mit der Band zu singen. Dieser Aufforderung wird natürlich nur allzu gern Folge geleistet, und die wenigen Verbliebenen in den ersten Reihen nutzen die plötzliche Raumfreiheit, um endlich mal wieder die Bierflasche zum Mund zu führen oder die Kamera auf die Bühne zu richten. Schließlich sind die Jungs in ihren stilvollen Outfits ja auch durchaus fotogen und auch durch Publikumsansturm auf der Bühne und Tropentemperaturen im Club nicht zum Schwitzen zu bringen. "Die Gruppe Ja, Panik" präsentiert sich trotz kleinerer technischer Probleme in Bestlaune und überzeugen nicht nur durch charmantes Auftreten, sondern natürlich auch durch eine exquisite Setlist. An deren Ende steht überraschenderweise das Bob Dylan-Cover Ring Them Bells, das als "Manifest der Liebe" angekündigt wird. Die Band beweist hier durch einen munteren Instrumententausch ein weiteres Mal ihre Vielseitigkeit und ihr musikalisches Können: Gitarrist Thomas Schleicher übernimmt zusammen mit Andreas Spechtel, der inzwischen ans Klavier gewechselt ist, die Leadvocals, Bassist Stefan Pabst und Keyboarder Christian Treppo steuern leidenschaftlichen Hintergrundgesang bei. Als sich Spechtl nach diesem großartigen Finale mit einem herzlichen "Baba" verabschiedet, ist das gesamte Atomic Café endgültig völlig hin-, hin-, hingerissen. Bettina Koch 22.01.10
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Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
Noch was zum Thema: http://likeitis93.blogspot.de/2012/03/save-olli-schulz.html
diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...