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Element Of Crime: München
Tuesday, 26 January 2010 12:47

elementofcrime.jpg„Romaaaaantik“ skandierte Element Of Crime Sänger Sven Regener dreimal am gestrigen Abend des Konzerts in der ausverkauften Münchner Tonhalle und warf die Hände wie nach einem gewonnenen Wettkampf in die Höhe. Was sonst noch so passiert ist, haben sich Sara und Tine vom LAXMag für euch angeschaut.

Sven Regener ist ein Gentleman der alten Schule. Wer sonst würde seine Vorband noch selbst ankündigen? Und das ist kein Geringerer als der begabte und charismatische Florian Horwath, der dem einen oder anderen Hörer nicht zuletzt durch sein Duett mit Nina Persson bekannt sein dürfte. Der Wiener und Wahlberliner kommt mit Pianist, Trommler und Gitarrist auf die Bühne, bedient selbst die Zither, erzählt den Münchnern die Geschichte vom Teufel in der Frauenkirche und widmet dem Belzebub sogar eigens ein Lied.

Element Of Crime, die alten Hasen, erscheinen dann zu fünft auf der Bühne. Neben Regener an Gitarre und Trompete gibt es Schlagzeug, Gitarre, Bass und Violine. Die meisten Herren sind nach über 20 Jahren Bandgeschichte sichtlich ergraut auf dem Oberhaupt, nur Herr Regner wirkt mit seiner hippen Indie-Frisur, als fehle ihm einfach das Gen zum Altern.

Das Publikum, eine Mischung aus Fans der ersten Stunde und jugendlichen Deutsch-Rock-Anhängern, ist mit dem ersten Takt der Musik bereits im sanften Wiegeschritt angekommen und kann erstaunlich viele Textzeilen mitsingen. Und sich auch über besonders gelungene sprachgewaltige Textzeilen freuen.

Mit Kopf aus dem Fenster, dem ersten Stück des aktuellen Albums Immer da wo du bist, bin ich nie eröffnen Element of Crime ihr Set. Es folgen Am Ende denk ich immer nur an dich und Deborah Müller, für das Regener endlich seine Trompete rausholt und beweist, dass er nicht nur durch seinen markanten Gesang den unverkennbaren Sound der Band zu prägen weiß.

Ein Geschichtenerzähler ist er mit seinen Songs, die sich fast immer ums Zwischenmenschliche drehen, wie bei Bitte bleib bei mir oder Einer kommt weiter: "Denn der liebe Gott liebt dich, und wenn nicht, dann bin immer noch ich da". Äußerst schweigsam gibt er sich hingegen zwischen den Songs. Romantik hin oder her, große Worte außer "Vielen Dank" hat er leider nicht dabei. Da ist man richtig erstaunt, als er sich gewohnt ironisch über den Titel seines Stücks Markstück und Euro äußert: "Ein merkwürdiges Stück!" und dann doch groß das Titellied des aktuellen Albums Immer da wo du bist, bin ich nie ankündigt. Es habe alles, was ein gutes Stück braucht: Liebe, Straßenbahnen…

Dass sie nach wie vor Spaß am Bühnenleben haben, beweisen Element of Crime mit insgesamt 4 (!) Zugabensets, in denen dann endlich Stücke wie Weißes Papier, Delmenhorst oder ganz zum Schluss Der Weiße Hai zum Besten gegeben werden. Bei letzterem entschließt sich sogar ein kleiner Kreis im Publikum zum dezenten Pogen. Vielleicht deshalb der Rat von Herrn Regener zum Abschied, gut nach Hause zu kommen und auf sich aufzupassen?

Wer es nicht mehr geschafft hat, eine Karte für das ausverkaufte Konzert zu ergattern, bekommt am 10. Februar eine zweite Chance: Dann spielen Element of Crime ein Zusatzkonzert in der Münchner Tonhalle. Text: Christine Bulla, Fotos: Sara Haußleiter


(25.01.10)

 




Zusatzkonzert auch schön
Matthias 2010-02-11 20:32:24

Statt Florian Horwath durften am 10. Februar Coconami den Abend beginnen. Mit
der Spannweite vom The Clash-Klassiker Blitzkrieg-Bop bis zum bayerischen
Kinderlief über den Heuschreck riefen sie aber eher gemischte Reaktionen
hervor. Da hat man dann das Aufatmen gehört, als Sven endlich kam, die Arme
hochriss und mit dem Ruf "Romantik" den Hauptteil des Abends
einläutete.
Der Auftritt glich dann auch dem oben beschriebenen. Gute Musiker
und ein Frontmann mit viel Bühnenpräsenz machen gute Musik mit schönen
Texten.
Bei der nächsten Tour bin ich wieder dabei.
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