Die Hochkultur der Subkultur.
Home icon Home»Live»Pardon Ms. Arden: München
Pardon Ms. Arden: München
Saturday, 06 February 2010 15:59

pma.jpgPardon Ms. Arden sind meilenweit marschiert und ernten nun die Früchte ihrer Strapazen: Auf dem Fan Walk zu den MTV Europe Music Awards im Herbst 2009 in Berlin hat die Münchner Indie-Band eine überregionale Fanschaft rekrutiert, die dem Trio jetzt sogar bis auf die Bühne folgt und bei der Release-Party ihres dritten Longplayers, Pardon Ms. Arden, im Atomic Café kaum in Zaum zu halten ist.

Noch vergangenen August zeigte sich die 2006 gegründete Band fast ungläubig angesichts des gut gefüllten Clubs bei ihrem ersten Headliner-Gig im Atomic Café, heute stehen die Menschen in der Neuturmstraße Schlange, während Biturbo Rüdiger mit ihrem aufgekratzten New Wave einen großen Support geben. Mit Oh, Christine!, dem ersten Song auf ihrem neuen Album, beginnen Pardon Ms. Arden ihr Set, und von der ersten Note an steht der bekannte ultrakompakte, trotz der überschaubaren Instrumentierung von Drums, Bass und Gitarre dichte, auf den Punkt gebrachte Sound, in dem das Trio seine an der Tradition der britischen Songwritings von The Jam über Oasis bis zu den Libertines geschulten englischsprachigen Songs in den vollen Club knallen lässt. Mit This Ain't Indie, This Is A Revenge, ihrer Satire auf austauschbare, mediengehypte Band-Fließbandware und deren Fans, und dem bald darauf folgenden Disco Queen verschießen Pardon Ms. Arden schon früh ihr bekanntestes Material, es sollen ja auch die neuen Songs im Mittelpunkt stehen.

Wie Let's Get It On, die offizielle „Fanwalk"-Hymne, die die eingeschworene Fanschaft vor der Bühne wohl wörtlich versteht und mit Sänger und Gitarrist Nick lauthals ihre Textsicherheit beweist - und das auf der Bühne, zwischen den Musikern, mit Blick ins Publikum. Songs mit La-La-Mitsingmaterial wie Dance To My Song und selbst die Haddaway-Coverversion What Is Love? sorgen für keinerlei Abkühlung unter dem internationalen Publikum, das Nick gewissenhaft mit zweisprachigen Ansagen zu bändigen versucht: "We don't wanna smash the place, it's the best club in town."

Bei This Time findet sich ein weiterer Gast - diesmal ein geladener - auf der Bühne ein. Gitarrist Gregor Amadeus Böhm, der Pardon Ms. Arden auf seinem Indielabel Flowerstreet Records veröffentlicht, tauscht wie in der Studioversion mit Nick übermütige Chuck-Berry-Licks aus. Dass das Album, für das heute die Release-Party steigt, wegen einer Verzögerung beim Vertrieb noch gar nicht in den Läden steht, trübt bei Labelchef und Band die Stimmung offenbar nicht. Schließlich kann das mit einer glühenden Version des Police-Klassikers So Lonely in den Abend entlassene Publikum das Album gleich vom Merch-Stand mit nach Hause nehmen, und wenn Pardon Ms. Arden nächsten Monat erscheint und die Hitze der VÖ-Feier längst abgekühlt ist, lässt sich in aller Ruhe nachhören, dass dieses Trio nicht nur live zum energiegeladensten, bedingungslosesten und spektakulärsten der Stadt und darüber hinaus gehört, sondern auch einfach nur durch eins besticht - seine Songs. Text: Christian Schober, Fotos: Itje Kleinert

(05.02.10)

 

Biturbo Rüdiger

 




Kommentar schreiben
Name:
Email:
 
Titel:

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."

 

Kommentare