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Minor Majority: München
Thursday, 25 February 2010 10:59

Minor MajorityWeg vom soften Folk-Pop ihrer Anfangsphase, hin zum Rock scheint die Devise von Minor Majority zu sein. Gerade live wird mächtig gerockt, inklusiver wilder Luftsprünge à la AC/DC und einem Cover von I Drink Alone der norwegischen Metalband The Cumshots.


Seit fast zehn Jahren gibt es Minor Majority, seit sechs Jahren in der jetzigen Zusammensetzung als Quintett. In Norwegen längst eine feste Instanz, und, nach eigener Aussage, eines der wenigen Bindeglieder im Bereich des Pops zwischen A-HA und Marit Larssen, sind sie in Deutschland nach wie vor eher unbekannt. Während vor fünf Jahren gerade zehn Menschen ihr Münchner Konzert besuchten war das Publikum im Ampere deutlich größer.

Die Norweger stellten vor allem ihr neues, Ende Januar erschienenes Album Either Way I Think You Know vor. Kein großes Problem, da das Album live eingespielt wurde, sitzt jeder Ton perfekt. Während zu frühen Zeiten Akustikgitarren und die weiche Stimme Pål Angelskårs dominierten, schleichen sich zunehmend wilde E-Gitarren Passagen und minutenlange Drum-Solos in das Liveprogramm der Band. Und was soll man sagen: Minor Majority passt das rockigere Image.

Wer sich nun fragt wo sich die leisen und ruhigen Töne der Anfangsphase verstecken, der kann beruhigt werden, so wurden einige Titel ohne Schlagzeug, fast akustisch, vorgetragen wie etwa Like someone changed the rules for us. Zum Stichpunkt Akustik unbedingt erwähnenswert der Münchner Singer- und Songwriter Jacob Brass der den Abend mit frischen, melodischen, schlicht wunderbaren Titeln eröffnete.
Doch zurück zu Minor Majority. Stücke aus allen Schaffensphasen fanden Eingang in das Liveprogramm, so zum Beispiel eine längere und, wie sollte es anders sein, rockige Version von Goodbye Again ihres Debütalbums Walking Home from Nicole’s.

Minor Majority, im Countryhemden Partnerlook, wirken vor allem zu Beginn sehr zurückhaltend und introvertiert, doch das ändert sich schnell, so wird zwischen den Liedern viel erzählt, etwa die Geschichte zu Song for Sybil, das auf Oscar Wildes The Picture of Dorian Gray beruht.

Bemerkenswert ist wie virtuos die gesamte Band ihre Instrumente beherrscht, besonders hervorzuheben wäre an dieser Stelle die Leistung des Gitarristen Jon Arild Stieng. Es ist immer wieder schön zu erleben wie spielfreudig auch routinierte Bands sein können. Das kommt natürlich auch beim Publikum gut an. So wird die Band nach den regulären Zugaben durch nicht enden wollenden Jubel, zurück auf der Bühne gefordert. Das lassen sich Minor Majority, freudestrahlend, natürlich nicht nehmen. Ein stimmiges Bild lieferten die Norweger ab: mal Pop, mal Rock, mal Folk aber vor allem ganz viel Herzblut. Rebekka Schwarz

 




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