| Fotos: München |
| Monday, 12 April 2010 21:18 | |||
„Man könnte mich monatelang in einen dunklen Raum sperren - ich wüsste immer, wann Sonntag ist." Fotos-Sänger Tom scheint neben Rhythmus- auch über ein gutes Zeitgefühl zu verfügen. In der Münchner Kranhalle herrscht tatsächlich entspannte Sonntagsstimmung. Das Publikum hat es sich auf dem Boden oder auf den bereitgestellten Sitzkissen bequem gemacht, Tom und Gitarrist Deniz spielen dazu halbakustisch alte Lieblingssongs und neue Titel vom kommenden Album Porzellan.
Nach ein paar Minuten fühlt man sich eher wie am Lagerfeuer als in einem kleinen Club. Zwei sympathische Jungs erzählen auf der Bühne mit ihren Liedern kleine, zauberhafte Alltagsgeschichten über die mal zermürbende, mal heitere, aber immer aufregende Suche nach dem eigenen Weg im Leben. Im Publikum wird geklatscht, geflüstert, mitgesungen, und eigentlich fehlen nur noch die kreisenden Rotweinflaschen, um das Bild perfekt zu machen. Dafür erhebt Tom aber immer wieder sein Rotweinglas und bemerkt an dieser Stelle auch gleich, dass seine Mutter den Alkoholkonsum auf der Bühne wohl nicht gut finden würde. Immer wieder finden die beiden Musiker zwischen oder auch mal während ihren Stücken Zeit für ein paar Anekdoten oder einen kurzen Wortwechsel mit den Fans. Unbeschwert und völlig natürlich agieren die beiden auf der Bühne und wirken dabei tatsächlich so, als würden sie einfach mal so für ihre zufällig im Raum versammelten Kumpels spontan ein paar Lieder spielen. Befreit vom manchmal schon fast kitschigen Softpop-Korsett entfalten die Lieder der Fotos in der reduzierten Version eine ganz neue Qualität. Texte und Gefühle rücken plötzlich noch weiter in den Vordergrund, und das eine oder andere Mal rückt das Publikum mit leichter Gänsehaut näher zusammen. Viele Stücke aus ihrem kommenden Album haben die Fotos heute dabei, und sie lassen erahnen, dass Porzellan nachdenklicher und düsterer werden wird als seine Vorgänger. Jedoch verhindern die Jungs immer wieder in letzter Sekunde, dass das Publikum in die typische Lagerfeuer-Sentimentalität versinkt, indem sie Klassiker wie Giganten oder Komm zurück clever in ihren Set einstreuen. Nach über 90 Minuten muss sich die Lagerfeuergemeinde leider wieder auf den Weg hinaus ins nasskalte München machen, doch die Gedanken an die zwei überaus netten Musiker und die letzten Töne der lässig-berührenden Akustiksongs wärmen das Herz zumindest noch auf dem Heimweg. Bettina Koch
11.04.10
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Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
Noch was zum Thema: http://likeitis93.blogspot.de/2012/03/save-olli-schulz.html
diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...