| First Aid Kit: München |
| Tuesday, 13 April 2010 11:08 | |||
Zu einem Abend voller female Folk laden die schwedischen Schwestern Klara und Johanna Söderborg von First Aid Kit ins Münchner Ampere. Halbvoll ist es geworden, die Bühne minimal beleuchtet und undekoriert. Man steht oder sitzt in respektvollem Abstand vor der Bühne, es herrscht eine entspannte Stimmung. Tine und Rebekka vom LAXMag waren für euch vor Ort.
Den Support macht das studentische Duo Talking To Turtles aus Rostock. Florian Sievers und Claudia Göhler sind mit dem VW Bus angereist und freuen sich über schwarze Ninja-Eichhörnchen. Männlicher Gesang, Akustikgitarre, etwas Keyboard und Glockenspiel – zwar nichts innovatives, dafür umso schöner verträumter Indie-Folk, der von Sivers Stimme lebt. First Aid Kit erscheinen diesmal im 60-er Jahre Gewand. Kurze Kleidchen in quietschgelb und hellblau ersetzen lange Hippiegewänder, mit denen sie vor vier Monaten noch Port O’Brien im Feierwerk supported haben. Nun sind sie selbst Headliner. Die Haare tragen sie wie gewohnt hippieesk offen, so dass man diesen fast ein Eigenleben zuschreiben möchte. Ständig hängen sie den Schwestern im Gesicht und man befürchtet fast, sie könnten sich in Akustikgitarre oder Autoharp verheddern. Permanent drapieren die jungen Mädchen sie mit den Händen zurück über die Schulter und wickeln sich neckisch ein wenig lolitahaft einzelne Strähnen um die Finger. Ein wenig erinnern sie wirklich an Nabokovs Romanheldin, die stupsnäsigen Schwestern, die noch so jung sind und so doch reife Musik machen: Die jüngere, veträumt wirkende 16-jährige Johanna an Autoharp und Keyboard, die etwas ältere 19-jährige und redebegeisterte Klara an Akustikgitarre. Die Autoharp, laut Johanna ein sehr leicht zu spielenden amerikanisches Folk-Instrument, hat ihr sogar einen Eintrag als Musikerin auf der Wikipedia Seite des Instruments eingebracht. Schade nur, dass zur Mitte des Konzertes eine Saite reißt und Johanna deshalb nur am Keyboard agiert. Über den instrumentalen Klangteppich legen sich ihre Stimmen, fast unübertrefflich am harmonischen Zusammenspiel. Atemberaubend schön bilden sie eine Einheit, melodisch, stark und doch weich, als ob sie bereits jahrzehntelange zusammen spielen würden. Dabei existiert das Duo erst seit kurzer Zeit. Deshalb haben sie außer den Stücken ihres Debuts The Big Black And The Blue auch nur wenig neues und einige Coversongs dabei. Für Ghost Town stellen sich die Mädchen direkt an den Rand der Bühne und singen unplugged. Auch pur und unverstärkt entfalten die Stimmen ihre volle Wirkung. Wer braucht schon Mikrofone, wenn er so ein kraftvolles Organ hat? Der Tiger Mountain Peasont Song der Fleet Foxes darf natürlich nicht fehlen - der Song, mit dem die Mädchen bekannt wurden. Eine Unplugged-Version mit einem Video, welches im Wald aufgenommen wurde, findet sich auf Youtube. Back to nature, ganz im Sinne der Folk-Bewegung. Kleines Manko: Die Schwedinnen reden zwischen den Songs allerdings zu viel. Klara möchte die Entertainerin geben, spricht auf deutsch "Wie geht’s, Alter?" und lacht sich über sich selbst kaputt. Fast zwanghaft erzählen die Mädchen zuviel - und sagen dabei wenig. Ob damit eine Unsicherheit überspielt werden soll? Nach dem letzten Song verabschieden sie sich, möchten die Bühne durch die Hintertür verlassen, damit das Publikum sie mit Zugabenrufen zurück holen kann. Allerdings will man sie förmlich auf der Bühne behalten, denn die Türe ist verschlossen, so verstecken sie sich hinter dem Vorhang und kommen kichernd wieder zurück. Nach dem Stück das gleiche Spiel, diesmal geht die Tür von innen auf, jedoch nachdem die Mädchen verschwunden sind, nicht mehr von außen. Dann kommen sie zurück und haben eine schwedische Zugabe parat. Nach dieser wollen sie eigentlich den Gig endgültig verlassen, aber die Tür mag erneut nicht. So setzen sie sich auf die Fensterbank und da der Applaus nicht abbrechen mag, sind sie zu einer dritten Zugabe bereit, nicht ohne den Song jedoch erst auszudiskutieren. Da schreitet der Vater von hinten ein und ordnet Universal Soldier – ein Buffy Sainte-Marie Cover - an. Der Vater ist bei der Tour dabei und plötzlich wird man sich wieder der Tatsache bewusst, dass diese beiden großartigen Sängerinnen eben doch noch Teenagerinnen sind. Text: Christine Bulla, Fotos: Rebekka Schwarz
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Zu einem Abend voller female Folk laden die schwedischen Schwestern Klara und Johanna Söderborg von First Aid Kit ins Münchner Ampere. Halbvoll ist es geworden, die Bühne minimal beleuchtet und undekoriert. Man steht oder sitzt in respektvollem Abstand vor der Bühne, es herrscht eine entspannte Stimmung. Tine und Rebekka vom LAXMag waren für euch vor Ort.







Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
Noch was zum Thema: http://likeitis93.blogspot.de/2012/03/save-olli-schulz.html
diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...