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Hellsongs: München
Wednesday, 12 May 2010 09:44

Hellsongs spielen im AmpereMit guten Ideen kann man Menschen immer begeistern. Die Idee knallharte Metalsongs auf sanfte-folkige Art zu interpretieren kam Hellsongs vor ein paar Jahren und führt inzwischen zu vollen Konzerten, wie im Ampere zu sehen war. 

Doch zuerst ein paar wohlverdiente Worte an Sarah Noni Metzner, die als Support den Abend eröffnete: Akustikgitarre, mundeigene Beatbox und ein Loop-Pedal reichten der Kanadierin, um schöne und volle Klangkunstwerke zu erzeugen, dominiert durch ihre starke Stimme. Wirklich gelungene Titel, sowohl textlich als auch musikalisch, präsentierte sie sich dem Publikum, das sich gerne von der Singer- und Songwriterin mitreißen ließ.

Doch zurück zu Hellsongs. Loungemetal nennen die Schweden ihre Musik und wenn man die meist fröhlich-beschwingten Klänge, die akustische Umsetzung und die samtig-jazzige Stimme der Sängerin Siri Bergnéhr hört, weiß man sofort ,warum die Band diesen Begriff zur Beschreibung ihrer Musik ausgewählte.

Im 80er Jahre Gedenkoutfit - Leggings, Pailettenblouson, Nietengürtel, ledernen Bikerhandschuhen und Neongelbe Sneaker - stümte die charismatische Sängerin kurz nach dem Rest der Band die Bühne. Schnell wurde klar: dies wird ein energiegeladener Abend. Das gut gelaunte Gehüpfe und Getanze auf der Bühne übertrugt sich schnell auf das Publikum, das die Hellsongs von Beginn an feierte. 

Während große Teile ihrer umvertonten Metallsongs sehr fröhlich und beschwingt daherkommen, so zum Beispiel Symphony of Destruction. Im Original von Megadeth, mischen sich hier auch immer wieder leise und nachdenkliche Klänge darunter. Während bei echtem Metal allzu oft die Texte dem Geschrei untergeordnet werden, kommen sie bei Hellsongs voll zum Tragen und siehe da: die meisten sind von bestechender Schönheit.

Am Ende bleibt natürlich die Frage in wie weit und wie lange die Band ihr Konzept mit solch großem Erfolg weiterführen kann und gleichzeitig die Hoffnung, dass Hellsongs es vielleicht sogar schaffen, sich neu zu erfinden. Einer solch charmanten und spielfreudigen Band wäre dies definitiv zu wünschen. Momentan arbeiten die Schweden an einer neuen CD, in die sie mit Sin City von AC/DC erste Einblicke gewähren. Höchste Zeit bedenkt man, dass auf dem nach wie vor betourten Album Hymns in the Key of 666 noch Siri Bergnéhrs Vorgängerin Harriet Ohlsson zu hören ist.

An den vielen strahlenden Gesichtern und den vom Tanzen verschwitzen Körpern und den Zugabe Forderungen konnte man ohne Frage ablesen, dass Hellsongs den Münchnern mehr als gefällt. Eine schöneres Kompliment als ein glückliches Publikum nach dem Konzert kann es für eine Band wohl auch kaum geben. Rebekka Schwarz




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